Selbsthilfe im Taunus

2. Februar 2010 | Themenbereich: Hessen, Strafvollzug | Drucken

„Die Selbsthilfe im Taunus leistet einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft durch Qualifizierungsmaßnahmen z. B. für ehemalige Strafgefangene”, lobte Justizminister Jörg-Uwe Hahn das Engagement des gemeinnützigen Unternehmens. Zusammen mit der Vorsitzenden des Unterausschusses für Justizvollzug, Nancy Faeser, besuchte Minister Hahn heute die Betriebsstätte der SiT e.V. in Hattersheim, um sich über deren Arbeit zu informieren.

„Wir freuen uns sehr über das Interesse des Ministers an unserer Arbeit, zumal wir mit unserem Angebot der beruflichen Bildungsmaßnahmen und Berufsvorbereitungen in der Justizvollzugsanstalt Wiesbaden bereits seit einigen Jahren erfolgreich mit dem hessischen Justizministerium kooperieren”, sagte SiT-Geschäftsführer Bernhard Fielenbach. „Die mehr als 25jährige Erfahrung der SiT auf dem Gebiet der Integration von Arbeitslosen und Arbeitssuchenden mit unterschiedlichen Hintergründen, vom ehemals Drogenabhängigen, dem Langzeitarbeitslosen und der alleinerziehenden Mutter bis zum Strafgefangenen, ist sehr wertvoll für unser Land”, resümierte die SPD-Landtagsabgeordnete, Nancy Faeser.

Den Schwerpunkt des Treffens legte SiT-Geschäftsführer Bernhard Fielenbach auf die Arbeit in der JVA Wiesbaden und besprach mit seinen Gästen aus der Politik, wie man die erfolgreiche Arbeit mit jungen Strafgefangenen weiter ausbauen kann.

„Es hat sich erwiesen, dass Bildung die beste Präventionsmaßnahme ist”, erläuterte Fielenbach. Es gelte, dass der Bildungsstandard, der in der JVA Wiesbaden durch Teilqualifikationen, berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen bis hin zur Vorbereitung für die externe Prüfung zum Erwerb des Realschulabschlusses erworben werden, nicht verloren gehen dürfen. Die Zeit unmittelbar nach der Haftentlassung sei dabei ausschlaggebend. „Wir haben beim Hessischen Wirtschaftsministerium einen Antrag für die Errichtung einer Produktionsschule gestellt, der positiv beschieden wurde”, so Fielenbach. In dieser Produktionsschule soll die Qualifizierung in Vollzeitmaßnahmen innerhalb eines beschützten Rahmens weitergeführt werden.

Minister Hahn konnte sich davon überzeugen, dass die enge Kooperation mit Betrieben und die Berücksichtigung der Bereiche Arbeit, Wohnung, Kontakte dabei eine wichtige Rolle spielen. „Insbesondere die Möglichkeit der Weiterführung der erlernten Fähigkeiten in der JVA ist zudem von immenser Bedeutung, da die durchschnittliche 12 monatige Haftdauer von Jugendstrafen in der Regel nicht ausreicht, eine komplette Berufsausbildung in der JVA abzuschließen”, fuhr Hahn fort. Umso wichtiger sei es, den begonnenen Prozess der beruflichen und sozialen Integration nach Haftentlassung fortzuführen und erfolgreich zu beenden, so der Minister abschließend.

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.