Mantrailing-Spürhunde als Lebensretter
27. Januar 2010 | Themenbereich: Nordrhein Westfalen, Polizei | DruckenDie Entscheidung des Innenministeriums Nordrhein-Westfalen, nach der Projektphase die Mantrailing-Spürhunde auch in die Alltagsorganisation der Polizei zu übernehmen, trägt deutliche Früchte. Nach mehreren erfolgreichen Einsätzen wurde die Bloodhoundhündin “Bärbel” jetzt als Lebensretterin ausgezeichnet.
Da hatten die Mitarbeiter der Fortbildungsstelle Diensthundwesen in Schloß Holte Stukenbrock den „richtigen Riecher”. Bereits kurz nach Abschluss des Projekts „Diensthund – Man Trailing” wird das Leistungsangebot von den Polizeibehörden schon jetzt stark nachgefragt.
Im Juni 2009 wurde in Arnsberg eine 75-jährige Frau, die am Vortag in Suizidabsicht ihr Wohnhaus verlassen hatte, vermisst. Durchgeführte Suchmaßnahmen – u.a. mit Hilfe eines Polizeihubschraubers – blieben erfolglos. Zur Unterstützung wurde Diensthundführer Christian Wolff mit seiner Bloodhoundhündin “Bärbel” eingesetzt. Nach der Witterungsaufnahme folgte die Diensthündin der mittlerweile 20 Stunden alten Spur der vermissten Frau bis in ein Waldgebiet. Nach zweistündiger Suche wurde die Arbeit eingestellt und das durch den Hund identifizierte Gebiet mit Hilfe einer Einsatzhundertschaft weiter durchsucht. Hier konnte die Frau nach ca. 10 Minuten bewusstlos aber lebend aufgefunden werden.
In den Morgenstunden im September wurde eine 48-jährige Joggerin aus Hemer vermisst. Nachmittags nahm die Bloodhoundhündin “Bärbel” Witterung auf und folgte der Spur über mehrere Stunden bis zu einem noch teilweise betriebenen Steinbruch. Aufgrund des unwegsamen Geländes und der einbrechenden Dunkelheit wurde die Suche mit einem Hubschrauber mit Wärmebildkamera in dem identifizierten Suchgebiet eingesetzt. Tatsächlich wurde die vermisste Frau, die unter Medikamenteneinfluss stand, gegen 23:00 Uhr noch lebend gefunden.
Nur wenige Tage später wurde in Geseke ein demenzkranker 74-jähriger Mann vermisst. Er hatte ein Seniorenheim in unbekannter Richtung verlassen. Auch hier nahm “Bärbel” die Suche auf. Bereits nach mehreren hundert Metern wurde der Vermisste in einem Graben, halb in einer Röhre liegend, unterkühlt aber noch lebend gefunden.
“Bärbel” ist in diesen Fällen nach Ansicht aller Einsatzkräfte zur Lebensretterin geworden. Aufgrund dieser Einsatzerfolge wurde PHK Wolff mit seiner Diensthündin “Bärbel” in Anwesenheit des Direktors des LAFP NRW, Dieter Schmidt, von Ministerialrätin Doris Tinnermann, Innenministerium NRW, Referat 45.4,5 , ausgezeichnet. Natürlich durfte neben der Medaille die obligatorische Wurst für die Hundin nicht fehlen.
Trotz aller Erfolge soll aber auch daraufhin gewiesen werden, dass die Hunde keine Wunderdinge vollbringen können. Die nach der Konditionierungsmethode des “Man Trailing” ausgebildeten Diensthunde leisten wertvolle Dienste im Rahmen der Personenfahndung. Die Hundenasen liefern Sucherfolge und Ermittlungsansätze, die mit anderen Mitteln häufig nicht erreichbar sind.
Quelle: LAFP NRW
Erstellt von: H. Vollmer


