Fluggastkontrollen: BDWS kritisiert Äußerungen der GdP

31. Dezember 2009 | Themenbereich: BDWS, Security | Drucken

„Konrad Freiberg verunsichert mit gefährlichen Pauschalaussagen in einer ohnehin schwierigen Sicherheitslage unnötigerweise die Reisenden an deutschen Verkehrsflughäfen“, so Dr. Harald Olschok, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen. Dies scheine jedoch zur Routine der GdP zu gehören, die alle Jahre wieder dieses Themengebiet aufwerfe. Gründe für Olschoks Kritik am Vorsitzenden der GdP sind dieses Mal verunglimpfende Äußerungen in einem Beitrag von Claudia Lepping und Markus Bauer, der am 29. Dezember 2009 in der Online-Ausgabe der Stuttgarter-Nachrichten veröffentlicht wurde.

Hier heißt es: „Die Sicherheitskontrollen obliegen den Flughafenbetreibern, die wiederum private Sicherheitsfirmen beschäftigen. ´Deren Angestellte werden meist so schlecht bezahlt und so stark eingesetzt, dass ihnen mangels Motivation entgeht, wenn jemand raffiniert eine Waffe durchschmuggelt.´ [wird Freiberg zitiert]“

Dieser Darstellung, welche die hohe Dienstleistungsbereitschaft und -qualität im Rahmen der Luftsicherheitsgesetzgebung von über 12.000 Sicherheitsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern verunglimpfe, widersprach Olschok heute in Bad Homburg vehement. Er verwies darauf, dass Mitarbeiter in der Fluggastkontrolle in Nordrhein-Westfalen beispielsweise mehr als 2.100 Euro Lohn erhielten. Ferner gäbe es gerade in diesem Dienstleistungsbereich kaum Fluktuation. „Despektierliche Äußerungen der GdP dieser Art sind kontraproduktiv für die vor uns liegenden Herausforderungen. Insbesondere in der Luftsicherheit können wir nur gemeinsam erfolgreich sein“, so Olschok weiter. Hierbei verwies er auch auf die im Juni 2009 veröffentlichte Fortschreibung des Programms Innere Sicherheit der Innenminister Konferenz. Hier werde klar festgestellt, dass die private Sicherheit Teil der Sicherheitsarchitektur ist und die Kooperation von Polizeien und Privaten ausgebaut werden solle.

Dr. Olschok verwies ferner auf das Luftsicherheitsgesetz, nach dem die Vergabe von Fluggastkontrollen an private Sicherheitsdienste möglich sei. Die gesetzliche Verantwortung für Fluggastkontrollen sowie Ausbildung, Schulung und Kontrolle der eingesetzten Mitarbeiter von Privatfirmen liege jedoch bei den Luftsicherheitsbehörden (Bundespolizei u. a.). Voraussetzung für die Tätigkeit in der Fluggastkontrolle sei eine erfolgreich abgeschlossene Prüfung durch die Bundespolizei. Erst dann können die Luftsicherheitsassistenten in der Rechtsform der Beleihung eingesetzt werden. Diese Arbeitsteilung bei den Fluggastkontrollen habe sich seit Jahrzehnten bewährt. Seit 1973 würden in Berlin-Tegel, seit 1985 in Nürnberg und seit 1987 in München Fluggastkontrollen von privaten Sicherheitsdiensten durchgeführt. „Die GdP verkennt offensichtlich“, so Olschok, „die komplexen Regelungen in der Luftsicherheit. Die Vorstellung, nur eine von staatlich Bediensteten durchgeführte Fluggastkontrolle sei fehlerfrei, ist mehr als naiv.“

BDWS-Hauptgeschäftsführer Olschok forderte die GdP erneut dringend auf, sich bei künftigen Aussagen vorher zu informieren und sich auf konstruktive Vorschläge zu konzentrieren. „Die derzeitig schwierige Sicherheitslage erfordert gerade auch von der GdP einen verantwortungsvollen Umgang mit Aussagen. Panikmache ist nicht geeignet, das dringend notwendige Vertrauen der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger in die Sicherheitsbehörden zu stärken“, so Dr. Harald Olschok abschließend.

1 Kommentar
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  1. Diese Aussage von Herrn Dr. Harald Olschok war zu erwarten. Ich selber arbeite in diesem Bereich in Berlin und muß sagen, das es noch viel schlimmer ist als die GdP es beschreibt. Kollegen brauchen einen zweiten Job, weil sie Teilzeit haben und vom dem Verdienst nicht leben können. Die Menschenwürde wird mit Füßen getreten, für diese Firmen zählt nur der Provit und nicht die Sicherheit. Burn-Out, innerliche Kündigung und ein sehr hoher Krankenstand, dass zeichnet diese Firmen aus. Nasenpolitik, Mobbing und Ungerechtigkeiten sind an der Tagesordnung.
    Was nützen Nackt-Scanner, wenn der Bediener ergänzendes Hartz 4 vom Arbeitsamt bekommt ? Endlich wird dieses Sicherheitsmärchen von guten Fluggastkontrollen durchleuchtet. Wir drücken unseren Kollegen aus Hamburg die Daumen für den Gerichtstermin und erhoffen Gerechtigkeit. Wir jedenfalls teilen die Meinung der GdP

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