Fußball-Verband, Vereine und Polizei arbeiten Hand in Hand

19. Dezember 2009 | Themenbereich: Bayern, Fussball | Drucken

Innenminister Joachim Herrmann betonte heute bei einer Pressekonferenz in der Allianz Arena München vor der Bundesligabegegnung des FC Bayern München gegen Herta BSC Berlin: “Bayerns Fußballstadien sind sicher! Der enge Schulterschluss zwischen Polizei, Vereinen und Fußball-Verband sowie ein entschlossenes Vorgehen der Polizei gegen gewaltbereite Personen sorgen dafür, dass der Besuch eines Fußballspieles auch weiterhin ein Familienvergnügen ist und bleibt”.

Herrmann lobte das hohe Sicherheitsniveau der Allianz Arena und der anderen Bundesligastadien: „Die Vereine bringen einen hohen Einsatz und sorgen mustergültig mit professionellen Ordnungsdiensten für die Sicherheit in den Stadien.” Dennoch gebe es eine deutliche Mehrbelastung der bayerischen Polizei seit der Spielklassenreform des DFB zu Beginn der letzten Saison: “Wir haben eine deutliche Zunahme der Risikospiele zum Teil bis in die unteren Klassen. Wir haben in der letzten Spielzeit in den bundesweiten Ligen über 50 Prozent mehr Personal einsetzen müssen”, so Herrmann.

Die Herausforderungen an die Polizei seien aber auch deshalb gewachsen, weil gewaltbereite Fußballrandalierer zunehmend Probleme auf den Reisewegen in Zügen und an Autobahnraststätten verursachen. Herrmann: “Für mich ist klar, dass Emotionen zum Fußballsport gehören. Genauso klar ist aber, dass wir keine Aggression in und um die Stadien oder auf der Anfahrt dulden. Gewaltbereiten Personen zeigen wir konsequent die rote Karte”, machte Herrmann klar.

Sorge bereitet Herrmann die gestiegene Aggressivität vieler Fans gegenüber der Polizei. Diese äußere sich nicht nur in Provokationen und Beleidigungen, sondern auch durch Körperverletzungen: „Angriffe auf Polizeibeamte nehmen wir nicht hin. Ich werde mich wie bisher auch weiterhin massiv dafür einsetzen, dass die Strafandrohung für Widerstandshandlungen gegenüber Polizeibeamten bald und deutlich angehoben wird. Wir haben hierfür in der Berliner Koalitionsvereinbarung einen deutlichen Auftrag erreicht.” Es sei aber auch wichtig, dass gegen Gewalttäter rigoros Stadionverbote ausgesprochen werden. Herrmann: „Die Rechtsprechung hat die Stadionverbote des DFB und der Vereine bisher immer bestätigt, was ich ausdrücklich begrüße. Allerdings müssen wir nach meiner Überzeugung die im letzten Jahr modifizierten Stadionverbotsrichtlinien nachbessern und mit aller Konsequenz anwenden. Hierzu haben wir auch einen eindeutigen Beschluss in der letzten Innenministetkonferenz gefasst und stehen in Kontakt mit dem DFB”.

Herrmann dankte der bayerischen Polizei für ihr konsequentes Einschreiten: „Mit unserem konsequenten Vorgehen in einem mit dem Fußball-Verband und den Vereinen abgestimmten Konzept unter Leitung erfahrener Polizeiführer und mit gut ausgebildeten Einsatzeinheiten haben wir größere Störungen oder Ausschreitungen bisher weitgehend unterbunden”, sagte Herrmann. „Genauso wichtig, und ich bedanke mich ausdrücklich für den Einsatz der Vereine und des Fußball-Verbandes hierbei, ist es aber auch, die engagierte Arbeit in Fan-Projekten noch auszubauen. Dieses Engagement hilft, Gewalt zu vermeiden”. Herrmann betonte, dass die deutliche Aufstockung der Zuschüsse der Bayerischen Staatsregierung für diese wichtige Aufgabe schon deshalb sehr sinnvoll sei.

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