„Inspektion Alltags- und Jugendkriminalität” ist Kriminalpolizei

26. November 2009 | Themenbereich: Kriminalität | Drucken

Die Aufgaben einer zukünftigen „Inspektion Alltags- und Jugendkriminalität” sind nach Auffassung des BDK eindeutig kriminalpolizeilicher Art!

Dem wollten auch der Polizeipräsident, sein Vertreter und der Leiter der Schutzpolizei bei einem Gesprächstermin mit dem BDK als Reaktion auf den „offenen Brief” nicht widersprechen. Sie brachten aber auch ihre Betroffenheit über die BDK-Veröffentlichung zum Ausdruck. In einer sachlichen, teils kontroversen Diskussion mit dem Vorstand des BDK wurde deutlich, dass die Entscheidung des Präsidenten für eine Jugendinspektion und ihre Eingliederung in die Schutzpolizei nicht zurück genommen wird. Sie stützt sich auf das Ergebnis einer Arbeitsgruppe aus dem Jahr 2006, welches bisher nicht realisiert wurde. Drei Jahre später hat nun die „Hausspitze” entschieden, das von der Belegschaft längst vergessene Konzept (soweit dieses überhaupt bekannt war/ist) Wirklichkeit werden zu lassen.

Es verwundert nicht, dass sich die Betroffenen in großer Zahl überfahren fühlen und sich mit ihrer geplanten „Ausgrenzung” aus der Kriminalpolizei nicht abfinden wollen. Dass im Vorfeld der Entscheidung versäumt wurde, Betroffene einzubeziehen und gemeinsam mit ihnen zu planen, um sie in eine neue Organisationsform „mitzunehmen”, wurde vom Präsidenten eingeräumt. Der BDK hat deutlich gemacht, dass die Identifikation mit dem Beruf und der beruflichen Heimat neben der eigentlichen Aufgabenstellung ganz wesentlich zur Motivation von Mitarbeitern beiträgt. Die Kollegen wollen den Beruf des Kriminalbeamten in der Kriminalpolizei ausüben und die damit verbundenen LKA-Aufgaben dort wahrnehmen, wo sie hingehören. Den Stellenwert der Berufsidentität haben unsere Gesprächspartner deutlich geringer eingestuft. So verwundert es auch nicht, dass in der Frage der Anbindung der neuen Inspektion keine Einigkeit erzielt werden konnte.

Mit dem Präsidenten wurde für die Zukunft ein engerer Meinungsaustausch vereinbart, um künftig vor wichtigen Entscheidungen die beiderseitigen Ansichten zur Kenntnis zu nehmen und einbeziehen zu können.

In der Frage der „Inspektion Alltags- und Jugendkriminalität” bleibt der BDK am Ball. Unser Landesvorsitzender , Leiter des Polizeikommissariats Ost, wird seine sachliche Überzeugungsarbeit fortsetzen. Den betroffenen Kollegen stehen wir weiterhin hilfreich zur Seite und kämpfen mit ihnen für unsere Überzeugung.
Kriminalitätssachbearbeitung gehört in eine Hand

Der BDK-Bremen befürwortet das aufgabenorientierte 3-Säulen-Modell aus NRW, welches nach äußerst erfolgreichen Pilotprojekten in Köln und Aachen, inzwischen flächendeckend übernommen wurde.

Das Modell basiert auf drei Direktionen, nämlich

  • Direktion Gefahrenabwehr / Einsatz
  • Direktion Verkehr ( in Bremen mit Angliederung der WSP )
  • Direktion Kriminalität mit der gesamten Kriminalitätssachbearbeitung.

Das System stützt sich auf die alltägliche Selbstverständlichkeit von Aufgabenteilung und aufgabeorientierten Organisationen.

Kein Unternehmen, kein Kaufhaus, kein Baumarkt, keine öffentliche Verwaltung, kein Krankenhaus ist ohne Fachabteilungen denkbar, in denen Spezialisten Dienst versehen. Erst die Spezialisierung schafft oft die Grundlagen für Prosperität und Leistungsqualität sowie gute Ergebnisse in diesen Organisationen.

Aufgabenorientierte Organisationen versuchen, Qualitätsverbesserungen durch Begrenzung nach Zuständigkeiten zu erreichen. Je breiter das Spektrum, umso eher besteht die Gefahr, dass die einzelnen Aufgaben nicht mehr mit der Qualität wahrgenommen werden können, mit der die Teilaufgaben geleistet werden könnten.

Aus diesen und vielen weiteren Gründen gibt eine aufgabenorientierte Polizeiorganisation mit klarer Zuständigkeitsverteilung die Garantie für qualifizierte polizeiliche Arbeit in allen Aufgabenfeldern und eine Chance für mehr Kollegialität in der Polizei.

Dafür steht der BDK Bremen und fragt:

Müssen wir entsprechende organisatorische Kapitalfehler aus Niedersachsen oder NRW erst selbst durchleben?
Warum lernen wir nicht einfach aus deren negativen Erfahrungen und bauen eine zukunftsträchtige moderne Polizeiorganisation in Bremen auf?

Der BDK-Bremen steht hierfür mit Rat und Tat zur Seit

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