Bilanz der Motorradsaison 2009

12. November 2009 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Motorrad | Drucken

„In Baden-Württemberg wurden im vergangenen Jahr 80 Millionen Kilometer mit dem Auto gefahren, Motorräder haben nur 1,8 Millionen zurückgelegt. Leider war trotzdem jeder vierte Verkehrstote im Land ein Motorradfahrer.” Das sagte Innenminister Heribert Rech am Donnerstag, 12. November 2009, in Stuttgart mit Blick auf die Unfallzahlen der zurückliegenden Motorradsaison. Laut Statistik sei das Unfallrisiko – bezogen auf die jährliche Fahrleistung – im Vergleich zu Autofahrern neunmal höher. „Hier hilft nur eine vernünftige und vorausschauende Fahrweise”, betonte Rech.

Nach der vorläufigen Auswertung der Motorradunfälle von Januar bis September 2009 seien bei 4.346 Unfällen (Vorjahreszeitraum 2008: 4.483, – 3,1 Prozent) 1.366 Personen (2008: 1.372, – 0,4 Prozent) schwer und 2.649 (2008: 2.769, – 4,3 Prozent) leicht verletzt worden. 93 (Vorjahreszeitraum: 95, – 2,1 Prozent) Motorradfahrer oder Beifahrer seien tödlich verunglückt. Bei diesen Unfällen hätten 60 Fahrer (64,5 Prozent) den Unfall selbst verursacht, dabei sei bei 41 (68,3 Prozent) der Unfälle mit tödlichem Ausgang zu hohe Geschwindigkeit die Hauptunfallursache gewesen. Damit bliebe der Rückgang bei Motorradunfällen mit Verletzten deutlich hinter der allgemeinen Entwicklung mit einem Rückgang von 7,3 Prozent zurück.

„Motorradunfälle zu verhindern wird 2010 wieder zu einem Schwerpunkt der Polizei”, sagte der Innenminister. Er denke dabei an überregional koordinierte Kontrollaktionen, um unbelehrbare Raser konsequent aus dem Verkehr zu ziehen. Zudem würden in noch mehr Veranstaltungen Motorradfahrer über die Gefahren ihres an sich schönen Hobbys informiert. Polizei und die Verkehrssicherheitsaktion GIB ACHT IM VERKEHR hätten schon in der vergangenen Saison erhebliche Anstrengungen unternommen, um das Motorradfahren sicherer zu machen. „Gezielte Aufklärungsaktionen, beispielsweise bei BikerTreffs und Motorradtagen, 900 Kontrollaktionen auf Strecken mit vielen Motorradunfällen und ein zusätzlicher Unterfahrschutz bei Schutzplanken in gefährlichen Kurven hatten bedauerlicherweise nur wenig Erfolg”, sagte der Innenminister.

Baden-Württemberg habe die bundesweite Kampagne „Runter vom Gas” des Deutschen Verkehrssicherheitsrates übernommen. Beispielsweise seien zur Erhöhung der Sichtbarkeit von Motorradfahrern circa 1.000 Warnwesten an Motorradfahrer ausgehändigt worden. „Für das kommende Jahr planen wir entsprechende Aktionen”, sagte Rech.

Die Polizei habe in diesem Jahr hauptsächlich auf Motorradstrecken mit hohen Unfallzahlen 10.700 Motorräder kontrolliert. Dabei habe sie jeden dritten Motorradfahrer (3.338) beanstanden müssen. „Davon waren 1.645, also beinahe jeder zweite, deutlich zu schnell unterwegs. Neben Geldstrafen mussten 146 Fahrverbote verhängt werden”, sagte Rech. Leider würden diese Unbelehrbaren eine konsequente Geschwindigkeitsüberwachung unumgänglich machen. Manche rasende Motorradfahrer seien offensichtlich nur über den Geldbeutel oder einen Führerscheinentzug zur Vernunft zu bringen.

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.