„Modernisierung der Aus- und Fortbildung in der Kriminalpolizei“
28. Oktober 2009 | Themenbereich: Ausbildung | DruckenDie Vertreter des Bundes Deutscher Kriminalbeamter Rolf Jaeger, Olaf März und Peter Gräber besuchten die Fraktion „Die Linke“ im Landtag von Sachsen-Anhalt. Damit ist sie die erste Fraktion in Sachsen-Anhalt, bei der die Kriminalisten ihre Ausbildungskonzepte für die Kriminalpolizei vorstellten.Während des 1 ½ stündigen Gespräches gab es die Möglichkeit die BDK Ausbildungsinitiative Studiengang „Kriminalwissenschaften“ zu erörtern.
Der Vorsitzende der Landtagsfraktion Wulf Gallert und die innenpolitische Sprecherin Gudrun Tiedge folgten interessiert den Ausführungen. Schnell wurden gemeinsame Standpunkte erkannt: Die Ausbildung der Polizei und insbesondere der Kriminalpolizei muss spezialisiert werden, um den Anforderungen der Zukunft mit neuen Kriminalitätsformen gerecht zu werden.
Rolf Jaeger übergab dem Fraktionsvorsitzenden Wulf Gallert das vom BDK erstellte Curriculum zu einem Bachelor-Studiengang „Kriminalwissenschaften“. Deutlich wurde im Verlauf des Gespräches, dass allen Beteiligten das Problem einer einseitigen Generalistenausbildung bekannt war.
Die Komplexität des polizeilichen Alltags erzwingt geradezu die Notwendigkeit einer spezialisierten Ausbildung. Die Personalentwicklung und der geplante Stellenabbau tun ihr übriges, um die personelle Situation in der Polizei in Sachsen-Anhalt zu verschärfen. Wulf Gallert dachte den Gedanken der spezialisierten Ausbildung sogar noch weiter, er wollte nicht ausschließen, dass bei einer weiteren Spezialisierung der Anforderungen im polizeilichen Alltag noch weitergehende Studiengänge im Bachelor und Masterbereich erforderlich werden könnten. Er sicherte zu, dass die Fraktion die Unterlagen des BDK prüfen werde und ggf. im Landtag entsprechende Anträge stellen wird.
Die Linke in Sachsen-Anhalt hat im Rahmen der im November 2009 geplanten 1. Tagung des 2. Parteitages in dem vorgelegten Leitantrag bereits erste Überlegungen formuliert: „Menschen brauchen Perspektiven. Sachsen-Anhalt braucht Menschen, die hier ihre Perspektiven sehen. Arbeit und Lebensqualität im Land verschränken sich in der Personalplanung der öffentlichen Hand ganz unmittelbar zu politischen Handlungsmöglichkeiten. Das Personalentwicklungskonzept für Sachsen-Anhalt unter CDU und SPD ist gescheitert. Statt heute die Lehrer, Polizisten und Juristen einzustellen bzw. die Referendarstellen für Hochschulabsolventen einzurichten, verharrt die Landesregierung in Wartestellung….“
Die Landtagsfraktion „Die Linke“ und die BDK – Landesspitze vereinbarten, weiter im Gespräch zu bleiben. Der BDK wird nun auch die anderen Fraktionen des Landtages besuchen und auch mit Parteien der außerparlamentarischen Opposition das Gespräch suchen, um für Unterstützung zu werben.
Peter Gräber Stellvertretender Landesvorsitzender
