Vereidigung bei der Bereitschaftspolizeidirektion Böblingen

16. Oktober 2009 | Themenbereich: Ausbildung, Baden-Württemberg | Drucken

„Garant für die Sicherheit in der Gesellschaft zu sein, ist eine sehr anspruchsvolle und schwierige Aufgabe. Umso erfreulicher ist es, dass sich heute junge Frauen und Männer verpflichten, Verantwortung für die Menschen in diesem Land zu übernehmen.”Das sagte der Inspekteur der Polizei, Dieter Schneider, bei der Vereidigung von 36 Beamtinnen und 71 Beamten am Freitag, 16. Oktober 2009, bei der Bereitschaftspolizeidirektion in Böblingen.

Die jungen Kolleginnen und Kollegen hätten sich entschieden, hinzuschauen, zu handeln, wenn Unrecht geschehe und Menschen Hilfe benötigten. Sie würden künftig für die Sicherheit und den Schutz der Menschen sorgen, für die Menschenwürde und für die Grundrechte eintreten. „Die Entscheidung, Polizist zu werden, verdient Respekt und Anerkennung”, so Schneider. Der Beruf habe aber auch seine dunklen Seiten: Früher noch eine Ausnahmeerscheinung, hätten sich gewaltsame Übergriffe gegen Polizeibeamte in den vergangenen Jahren zur traurigen täglichen Routine entwickelt.

Durchschnittlich acht Übergriffe am Tag, gleichbedeutend mit über 3.000 im Jahr, würden eine mehr als deutliche Sprache sprechen. Umso wichtiger sei der optimale Schutz der Polizisten. Mit dem größeren und effektiveren Reizstoffsprühgerät und der Beschaffung des neuen Teleskop-Einsatzstocks würden deutliche Verbesserungen erreicht. Außerdem werde die Beschaffung eines Helms mit Schlagschutz und ballistischem Schutz geprüft. „Bei all dem wollen wir aber keine martialisch aufgerüstete Polizei. Wir sind eine Polizei, die den Bürgern offen, freundlich und situationsangemessen zur Seite steht. Wir verstehen uns als Bürgerpolizei, sind für den Bürger da und nicht gegen ihn”, betonte der Inspekteur der Polizei.

Die in Böblingen vereidigten neuen Beamtinnen und Beamten kämen in einer Zeit zur Polizei, in der faktisch ein Generationswechsel ablaufe. Zwischen den Jahren 2012 und 2025 gingen über 12.000 Kolleginnen und Kollegen in den Ruhestand, fast die Hälfte der Polizei des Landes. Dies bedeute zwar einen riesigen Erfahrungsverlust, aber für die Nachwuchskräfte gleichzeitig die Chance, die entstehenden Lücken zu schließen. Ihnen stünden vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten in der Polizei weit mehr offen als vielen Generationen zuvor. Sie könnten beispielsweise Streifenbeamter, Hundeführer, Kriminaltechniker, Hubschrauberpilot, Bootsführer, Mordermittler, Lehrer der Polizeischule, Internetermittler oder auch SEK-Beamter werden. „Es gibt keinen anderen Beruf, der eine solche Vielfalt an Aufgaben bietet. Sie werden außerdem keinen anderen Arbeitgeber finden, der bei den Karrierechancen solche Durchlässigkeit und solche Perspektiven bietet”, so Schneider. Die Einheitslaufbahn biete die Chance, bereits mit mittlerem Bildungsabschluss in die Polizei einzutreten und alles zu erreichen, was die Polizeilaufbahn biete. Junge Menschen könnten ausbildungsbegleitend die Fachhochschulreife erwerben. Sie könnten den Bachelorstudiengang an der Hochschule in Villingen-Schwenningen besuchen und in den gehobenen Dienst aufsteigen. Besonders Leistungsstarke könnten sogar in den höheren Dienst aufsteigen und den Masterstudiengang an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster absolvieren.

Mit dem von der Landesregierung beschlossenen Einstellungskorridor werde sich ab dem Jahr 2011 die angespannte Personalsituation der Polizei mittelfristig wieder merklich entspannen.
Die kontinuierliche Einstellung von jährlich 800 Bewerbern werde sich in Zukunft zudem positiv auf den Altersaufbau der Polizei auswirken. Durch den Einstellungskorridor könne die Polizei damit im Unterschied zu früher vom derzeit sehr guten Bewerberpotenzial profitieren. Die mehr als 5.400 jungen Menschen, die sich im Vorjahr für einen Ausbildungsplatz bei der Polizei beworben hätten, seien ein Beleg, dass der Polizeiberuf nach wie vor attraktiv und wettbewerbsfähig sei. „Wer einen anspruchsvollen Beruf und einen krisensicheren Ausbildungs- und Arbeitsplatz sucht und bereit ist, sich mit vollem Engagement einzubringen, hat auch in den kommenden Jahren bei der Polizei beste Einstellungschancen”, so Schneider.

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