Hasskampagne: Ausstellung der Scientology Organisation

28. September 2009 | Themenbereich: Hamburg, Innere Sicherheit | Drucken

Am Montag, den 21.9.2009 eröffneten Hamburger Scientologen eine 12-tägige Ausstellung mit dem Tenor „Psychiatrie: Tod statt Hilfe”. Es handelt sich um eine Hasskampagne der Scientology Organisation (SO) gegen die Berufsstände der Psychiatrie und Pharmakologie.

Mit ihrer Wanderausstellung „Psychiatrie: Tod statt Hilfe” touren Scientologen seit Jahren durch deutsche Städte. In Hamburg wurden dafür stets leer stehende Geschäftsräume angemietet, so wie aktuell an der Lübecker Straße 127.

Der negativ besetzte Begriff Scientology wird allerdings gemieden. Die Scientologen stellen sich als Angehörige der „Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte” (KVPM) vor. Die meisten Exponate dieser Kampagne gegen die Psychiatrie sind von dem internationalen SO-Zweig „Citizens Commissions on Human Rights” (CCHR) produziert worden.

Die Ausstellung überfrachtet den Besucher mit schwer erträglicher Propaganda. Brutale Bilder von Operationen und Gräueltaten sollen emotional aufwühlen. Ob Verbrechen der NS-Diktatur, die Terroranschläge des 11. September 2001 oder aktuelle Amokläufe – hinter allem stecken nach Sicht der scientologischen Verschwörungstheoretiker die Psychiater. Sie seien, so Scientology, die „Männer hinter Hitler”, sie seien „Verrückte, Mörder und Vergewaltiger”. In der Ausstellung werden zudem Behandlungsmethoden angeprangert, die aus der Mottenkiste der Psychiatrie stammen. Mit schnellen Bildfolgen und vernichtenden Statistiken wird ein Zerrbild dieses Berufsstandes entworfen.

Warum agitiert die SO mit derartiger Intensität gegen die Psychiatrie?

Es ist der Kampf gegen einen unliebsamen Konkurrenten. Der SO-Gründer L. Ron Hubbard hatte stets ein Monopol jeglicher psychischer Betreuung für Scientologen angestrebt. In einer internen Verlautbarung (Planetary Dissemination News, Issue 2) heißt es: “Es ist Zeit, das Feld der geistigen Gesundheit zu übernehmen” und “Dianetik ist die Lösung für alle Probleme der geistigen Gesundheit”. Dianetik ist die scientologische Methode zur angeblichen Beseitigung von Krankheiten sowie seelischer Probleme. Am Ende steht eine Art Übermensch, der scientologische „Clear”. Mit dieser scientologischen Technologie behandelt, funktionieren Menschen durch Bewusstseins- und Verhaltenskontrolle wie gleichgeschaltete Marionetten. Seine Methoden der Manipulation möchte der totalitäre Psychokult auf die gesamte Gesellschaft ausdehnen.

Die Hetze gegen die Psychiatrie ist dabei nur eine Stoßrichtung. Scientology hat auch für andere gesellschaftliche und politische Bereiche, die ebenfalls stets herabgewürdigt werden, Gegenangebote im Programm. Doch in Hamburg-Hohenfelde geht es zurzeit um eine von der KVPM angestrebte Verunsicherung im Bereich der Medizin. Das soll den Boden für scientologische Alternativen und einen Einstieg in die extremistische Organisation bereiten. Sollten sich tatsächlich Ratsuchende dorthin verirren, kann das gefährlich für sie werden. Einige psychische Krankheiten gibt es laut Scientology nicht und vieles andere wird mit Dianetik, Handauflegen (Touch Assists) und überdosierten Vitaminen (Purification Rundown) erledigt.

Quelle: Innenbehörde Hamburg

4 Kommentare
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  1. ich bin seit 20 jahren scientologe.
    einfach zur klarstellung:wir wollen kein monopol herstellen sondern eines abschaffen.
    wir wollen nicht die abschaffung der psychatrie sondern eine reformierung.
    die ” behandlungsmetoden aus der mottenkiste” sind entweder als geschichtlich gekennzeichnet o.immernoch gängige praxis in der psychatrie, wie mehr als 3000 elektroschocks pro jahr allein in deutschland wohl hinreichend beweisen.
    tatsächlich ist der einzige gemeinsame nenner aller amokläufe nichtcomputerspiele sondern psychatrische behandlung der amokläufer u. zwar bevor sie gewalttätig wurden.

  2. Scientology ist ein gefährlicher, unsere Freiheit bedrohender Irrglaube! Wir klären auf:

    Ein Alptraum in 3 Worten:
    Tagesschau: ” Bundeskanzlerin Sabine Weber…”

    Frau Weber ist Präsidentin der Scientology Organisation Berlin, sie leitet außerdem den
    scientologischen Geheimdienst OSA,
    der jetzt schon für Unterdrückung der Meinungsfreiheit sorgt:
    Er verfolgt und terrorisiert Kritiker.

    Ist Scientology erstmal an der Macht, gibt es überhaupt keine Freiheit mehr.

    Durch Aufklärung wollen wir verhindern, dass dieser Alptraum Wirklichkeit wird!

    http://forum.diekartegefunden.com/viewtopic.php?f=16&t=236

  3. Also ich war 2003 auf dieser “Ausstellung” und fand es verdammt spannend und anregend, da bestimmte Themen wie “Selbstmordattentäter” aufgegriffen wurden- die Erläuterungen hierzu waren schlüssig und haben mir die Augen geöffnet und eine Art “Verständnis” für diese Menschen zu entwickeln.. (nicht es zu tollerieren sondern zu verstehen)..

    Ich wusste nicht, dass die Ausstellung von Scientology ist.
    Ich muss aber auch sagen, dass es mir egal ist, denn sicherlich machen die Kliniken wahnsinnige Fehler- und es ist gut, dass Leute die kurz vor der (freiwilligen) Einweisung stehen, wissen dass es auch anders laufen kann & sie dann als komplett gebrochener Mensch darstehen.

    Wieso werden denn so schnell Antidepressiva verschrieben?
    Das kann ja nicht die Lösung sein!

  4. Liebe Mara,

    es freut mich, wenn dich die Ausstellung persönlich zu einem besseren “verstehen” geführt hat. Leider ändert dies nichts an der Tatsache, das Scientology eine gefährliche Menschenverachtende Organisation ist die seit 1997 vom Verfassungsschutz überwacht wird u.a. wegen der “Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung”

    Informiere dich mal über die “Rehabilitation Project Force” kurz RPF-Lager von Scientology, die in den Medien immer wieder mit Konzentrationslagern aus dem 3.Reich assoziiert werden. Wenn es um “Leute die kurz vor der ‘freiwilligen’ Einweisung stehen” geht, die “dann als komplett gebrochener Mensch dastehen.”

    Scientology verfügt über eine schamlose und intrigante Vorgehensweise, wenn es darum geht “Mitglieder” zu werben. So versteckt sie sich zunehmend in zahlreichen Tarnorganisationen mit z.T. sehr positiv klingenden Namen und angeblich verfolgten Zielen, wie z.B. “Jugend für Menschenrechte”, in Wahrheit werden jedoch genau entgegengesetzte Ziele von der Scientology Organisation verfolgt. Auch im Bereich Nachhilfe finden sich gehäuft Tarnorganisationen der Sekte.

    In der heutigen Zeit ist es besser man informiert sich über diesen Konzern um sich zu schützen, eben weil sie nicht mehr immer offen sagen. “Herzlich willkommen bei Scientology”. Aber im Internet kann man sich extrem gut informieren und recherchieren.

    Alles Gute!

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