Katastrophen könnten auch Deutschland treffen

25. September 2009 | Themenbereich: Feuerwehr - Katastrophenschutz | Drucken

„Nur weil die Übung in den Niederlanden stattfindet, heißt das nicht, dass wir nicht auch in Deutschland auf solche Szenarien vorbereitet sein müssen”, sagte THW-Präsident Albrecht Broemme heute am letzten Tag der „FloodEx”. In den vergangenen Tagen trainierten im Norden der Niederlande rund 1.000 Einsatzkräfte aus Deutschland, Estland, Großbritannien und Polen gemeinsam mit den niederländischen Behörden den Einsatz bei einer schweren Flutkatastrophe. Schauplatz der von der Europäischen Kommission kofinanzierten Großübung war seit Dienstagabend die auch bei Deutschen äußerst beliebte Urlaubsregion Noord-Holland.

„Das Zusammenwirken verschiedener europäischer Bevölkerungsschutzorganisationen bei Großschadenslagen wird künftig mehr und mehr an Bedeutung gewinnen,” sagte der THW-Präsident heute im Gespräch mit Vertretern der EU-Kommission. Die „FloodEx” sei sehr nah an der Realität angelehnt und habe die volle Leistungsfähigkeit der beteiligten Organisationen gefordert. „Uns allen sind noch die verheerenden Bilder der Flutkatastrophe von 2002 in Erinnerung, die Orkane ‚Kyrill’ und ‚Emma’ in den vergangenen beiden Jahren haben uns ebenfalls gezeigt, dass wir stets auf das Schlimmste vorbereitet sein müssen,” erklärte Broemme. Der Katastrophenschutz in Deutschland sei zwar sehr gut aufgestellt, aber ähnlich wie bei den europäischen Partnern, sei hier der Ansatz der gegenseitigen Hilfeleistung notwendig. „Es liegt auf der Hand, dass bei einer Katastrophe am Niederrhein die Niederländer schneller helfen können als die Bayern,” sagte Broemme.

Die Generaldirektorin der Direktion Umwelt bei der Europäischen Kommission, Pia Bucella, lobte im Gespräch mit Peter Büttgen, dem für das THW zuständigen Referatsleiter im Bundesinnenministerium, die Leistungsfähigkeit des THW. „Besonders beeindruckend ist die Professionalität, mit der die ehrenamtlichen Kräfte im Zusammenspiel mit den anderen Organisationen hier auf Augenhöhe operieren”, betonte Bucella.

Das deutsche „FloodEx-Team” besteht neben Einheiten des THW aus vier Landesverbänden auch aus Kräften der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und einem Hubschrauberteam der Bundespolizei. Insgesamt sind 115, in erster Linie ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, in die Übung eingebunden.

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