ver.di boykottiert Lohnerhöhungen

8. September 2009 | Themenbereich: BDWS, Security | Drucken

Der Bundesvorstand der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat auf seiner letzten Sitzung Lohnerhöhungen für über 22.000 Beschäftigte in Berlin und Brandenburg von bis zu 23 Prozent abgelehnt. Vorangegangen waren eineinhalbjährige Tarifverhandlungen zwischen dem ver.di-Landesbezirk Berlin/Brandenburg und den Landesgruppen Berlin und Brandenburg des Bundesverbandes Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen (BDWS). Die Tarifverträge liegen endverhandelt und unterschriftsreif vor.
„Wir sind tief enttäuscht von unserem Verhandlungspartner ver.di. Bis zum Ende ließ man uns in dem Glauben, die Tarifeinigung sei nur noch Formsache. Dieses Verhalten ist völlig inakzeptabel und macht eine vertrauensvolle Zusammenarbeit unmöglich“, kritisiert Matthias Schulze, Vorsitzender der BDWS-Landesgruppe Brandenburg, das Veto des ver.di-Bundesvorstandes. Die für die betroffenen Beschäftigten zuständige Tarifkommission von ver.di hätte dem Tarifergebnis mehrheitlich zugestimmt und sogar die Clearingstelle der Gewerkschaft war mit 9:1 Stimmen dafür, so Schulze. Offensichtlich würden die über 22.000 Beschäftigten in Berlin und Brandenburg von der Gewerkschaftsführung am Paula-Thiede-Ufer für deren Mindestlohn-Ideologie von „7,50 EURO für alle und zwar sofort“ instrumentalisiert. Über 70 Prozent der Beschäftigten hätten bei dem verhandelten Tarifvertrag von einem realen Nettolohnzuwachs zwischen zwölf und 23 Prozent profitiert.

„Dieses Veto kann ver.di in Anbetracht der laufenden Diskussionen über Mindestlöhne und soziale Standards in unserer Gesellschaft keinem erklären, am allerwenigsten den Mitarbeitern. Diese hatten sich bereits auf Grund des Verhandlungsstandes auf Lohnerhöhungen eingestellt. Ein vertrauens- und respektvoller Umgang sieht anders aus“, erklärte Schulze in Herzberg. Sollte es nicht in letzter Minute zu einer vernünftigen Einigung kommen, prognostiziert Schulze schwere Zeiten für die Entlohnung der Sicherheitsbeschäftigten in Berlin und Brandenburg.

Der derzeitige Tarifvertrag, der für allgemeinverbindlich erklärt war, läuft am 31. Oktober 2009 aus. Sollte es bis dahin zu keiner Einigung kommen, sei einer untertariflichen Vergabe von Wachaufträgen Tür und Tor geöffnet. Damit trüge ver.di die Verantwortung für Lohndumping in ganz großem Stil und für einen Zusammenbruch des erst in letzter Zeit stabilen Markt- und Preisgefüges. Und das ausgerechnet in der Bundeshauptstadt und dem brandenburgischen Umland. „Wir werden alles tun, um doch noch im Interesse unserer Mitgliedsunternehmen und deren Beschäftigten, aber auch der gesamten Branche die Unterschrift von ver.di zu erwirken“. Das Vertrauen in ver.di als kompetenten und zuverlässigen Sozialpartner für Berlin und Brandenburg sei nachhaltig beschädigt, so Schulze. Dennoch hoffe er auf die Einsicht, dass dieser Tarifvertrag, der spätestens ab dem 1. Januar 2013 den von ver.di geforderten Mindestlohn in Höhe von 7,50 € für beide Länder vorsieht, doch noch die Gnade von Frank Bsirske finde und unterschrieben würde.

2 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. Na toll was soll das . !! Wir können nur noch Streiken. Und die Arbeit niederlegen.

  2. Was bilden sich die Damen u. Herren Gewerkschaftsbosse überhaupt ein. Wie lange sollen wir noch für einen Hungerlohn arbeiten.

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.