Neuer Landespolizeichef für Baden-Württemberg

Baden-Württemberg hat einen neuen Polizeichef. Der bisherige Tübinger Regierungsvizepräsident Wolf-Dietrich Hammann wurde am Dienstag von Innenminister Heribert Rech (CDU) in sein Amt eingeführt. Der 54-jährige Hammann folgt Erwin Hetger, der nach knapp 19 Jahren als Polizeipräsident in Pension geht. Rech lobte Hetger bei einem Festakt im Neuen Schloss in Stuttgart als Initiator vieler strategischer Weichenstellungen. „Die heute bundesweit selbstverständliche Erkenntnis, dass es allemal besser ist, Straftaten bereits im Vorfeld zu verhüten, als später mit großem Aufwand zu ermitteln, geht maßgeblich auch auf Sie zurück.”

Hetger sagte sichtlich bewegt, sein Nachfolger trete sein Amt bei „einer der besten” Polizeibehörden bundesweit an. Auch wenn sie bei der Personalstärke im Vergleich zu anderen Bundesländern schlechter abschneide, habe sie doch bei Einsätzen wie dem Flugzeugabsturz bei Überlingen, der Fußball-Weltmeisterschaft, dem Amoklauf von Winnenden und Wendlingen sowie zuletzt dem NATO-Gipfel bewiesen, dass auf sie Verlass sei. Er blicke auf seine Zeit als oberster Landespolizist mit „sehr viel Dankbarkeit, großem Respekt und auch ein bisschen Stolz” zurück.

Der neue Landespolizeipräsident Hammann sagte, er habe gelernt, dass „Führen mehr ist, als Obersachbearbeiter zu sein”, was er nun in seine Arbeit einbringen wolle. Er strebe ein partnerschaftliches Miteinander mit seinen neuen Kollegen an. Bis heute gelte aber auch, dass die Polizei eine „Freundschaft mit der Gesellschaft” eingehen müsse. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa sagte der promovierte Jurist, er wolle Polizisten, die „auf Augenhöhe” mit der Kriminalität bleiben. „Am besten aber wäre es, wenn die Ermittler immer eine Nasenspitze voraus sind”, sagte der 54-Jährige.

Er übernehme eine Behörde, die gut durch die zuletzt nicht immer einfachen Monate navigiert worden sei. „Beim schrecklichen Amoklauf von Winnenden zum Beispiel haben die Einsatzkräfte schnell reagiert, obwohl ja zunächst nicht einmal klar war, wo der Täter ist und wie viel Waffen und Munition er noch bei sich trägt.” Er wünsche sich, dass die Polizisten im Südwesten auch in Zukunft zeigen, dass sie mit schwierigen Situationen umgehen können, sagte Hammann.

Deshalb werde er nun zunächst das Gespräch mit den Mitarbeitern und seinem Vorgesetzten, dem Innenminister, suchen. „Ich will meine Arbeit von zwei Seiten angehen. Zum einen sollen die Mitarbeiter über die zukünftige Arbeit mitentscheiden. Und zum anderen hat natürlich auch die Politik ein gewichtiges Wort mitzureden”, sagte er. Wichtige Aufgaben seien unter anderem die weitere Bekämpfung von Computer- und Internet-Kriminalität.


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