Frauen in den Streitkräften
30. Juni 2009 | Themenbereich: Innere Sicherheit | DruckenBereits seit Jahren finden die regelmäßigen Treffen zwischen dem Sozialwissenschaftlichen Institut, dem Amt des Wehrbeauftragten und dem Deutschen BundeswehrVerband zum Informations- und Gedankenaustausch zum Stand der Integration von Frauen in die Streitkräfte statt. Diesmal war auch Maja Apelt, Militärsoziologin von der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg, mit von der Partie. Gerhard Kümmel vom Sozialwissenschaftlichen Institut der Bundeswehr berichtete von dem derzeitigen Projekt, Tagebücher von Soldatinnen und Soldaten im Hinblick auf den Stand der Integration von Soldatinnen auswerten zu wollen. Leider sind nicht genügend Tagebücher an ihn geschickt worden, so dass der Ausgang dieser Untersuchung ungewiss sei.
Major Katja Roeder berichtet von dem Stand der Wahlvorbereitungen zu den Wahlen der militärischen Gleichstellungsbeauftragten in diesem Jahr. Leider gebe es in manchen Bereichen nach wie vor keine Bewerberin für das Amt.
Der Deutsche BundeswehrVerband unterstützt alle Interessentinnen aber nach Kräften, um noch genügend Bewerberinnen zu finden. Ministerialrätin Angela Konrad vom Amt des Wehrbeauftragten äußerte Bedauern darüber, dass sich so wenige Soldatinnen für die Funktion der militärischen Gleichstellungsbeauftragten interessierten. Sie unterstreicht die Bedeutung dieses Amtes.
Alle Gesprächsteilnehmer bestätigen, dass viele Soldatinnen um die Themen „Gleichstellung” und „Integration von Soldatinnen” einen großen Bogen machen. Schuld sind die vielen Vorurteile, die zu diesen Themen nach wie vor in der Truppe kursieren.
So meinen Soldatinnen immer noch, sie müssten sich ganz besonders anpassen und sich besonders viel gefallen lassen, um in dieser Männerwelt akzeptiert zu werden. Das kann zu Frust führen und unter dem Strich dazu, dass qualifizierte Soldatinnen „innerlich kündigen” und irgendwann auch den tatsächlichen Ausstieg aus den Streitkräften suchen. Das kann sich die Bundeswehr mittelfristig aber nicht mehr leisten, da qualifizierter Nachwuchs immer schwerer zu rekrutieren ist.
Es bleibt also noch einiges zu tun, bis die Bundeswehr verkünden kann: „Die Integration von Soldatinnen in die Deutschen Streitkräfte ist abgeschlossen.” Gs
Quelle: Bundeswehrverband


