Freiwillige Feuerwehr steht vor großen Veränderungen
Den Freiwilligen Feuerwehren Sachsen-Anhalts stehen durch die Gemeindegebietsreform bedeutsame Veränderungen bevor. Die kommunale Pflichtaufgabe Brandschutz geht auf die künftigen Einheits- und Verbandsgemeinden über. „Das ist der richtige Zeitpunkt, die Anforderungen an die Feuerwehren neu zu ordnen. Dabei geht es nicht um Abstriche bei der Sicherheit, im Gegenteil. Die Feuerwehren müssen überall im Land den differenzierten Risikolagen wirksam begegnen können.” Das sagte Innenminister Holger Hövelmann (SPD) am heutigen Donnerstag bei der Vorstellung der neuen Verordnung über die Mindeststärke und -ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehren, die in Kürze in Kraft tritt.
„Was wir jetzt festlegen, ist nicht ,von oben‘ entstanden”, betonte Hövelmann. Der Verordnungsentwurf entstand in einer Arbeitsgruppe von haupt- und ehrenamtlichen Brandschutzfachleuten, die ihre Ergebnisse drei Monate lang im Internet zur Diskussion stellte. Die wichtigsten Eckpunkte der neuen Verordnung sind:
Hövelmann: „Wir kommen damit – ganz im Sinne des im vergangenen Jahr verabschiedeten Leitbildes Feuerwehr – weg von einer starren einwohnerbezogenen Betrachtung, hin zu einer ortsspezifischen Risikobeurteilung und einer daraus folgenden Brandschutzbedarfsplanung in der Gemeinde. Die Chancen der neuen, vergrößerten kommunalen Strukturen werden genutzt – nicht für einen Sparkurs auf Kosten der Sicherheit, sondern um die Kräfte zu bündeln, die in der Mehrzahl der kleinen Gemeinden heute für einen Brandschutz nur aus eigener Kraft nicht mehr ausreichen. Dabei werden die Anforderungen an die Sollstärke bezogen auf den einzelnen Einsatz nicht etwa gesenkt, sondern sogar erhöht.”
Die zunehmende Kompliziertheit der Einsatzbedingungen erfordere eine veränderte Einsatztaktik mit einer entsprechenden Mindestanzahl an Einsatzkräften, erläuterte der Minister. Eine Staffel sei insbesondere bei Einsätzen mit Menschenrettung sowohl hinsichtlich der Eigensicherung der eingesetzten Kräfte als auch des Einsatzerfolges nur begrenzt leistungsfähig. „Der höhere Personalbedarf für eine Gruppe wird durch das Zusammenführen mehrerer Gemeindefeuerwehren in der Trägerschaft der Einheits- oder Verbandsgemeinde mehr als ausgeglichen”, sagte der Innenminister.
Für die Erstellung der Risikoanalysen werden den Feuerwehren Fortbildungsveranstaltungen in der Brandschutz- und Katastrophenschutzschule Heyrothsberge angeboten.
Ereignisbericht 2008
Holger Hövelmann stellte zugleich den Ereignisbericht der Feuerwehr 2008 vor. Wesentliche Daten aus dem Bericht:
Den Ereignisbericht kommentiert Minister Hövelmann so: „Die herausragende Bedeutung des Ehrenamtes im Bereich des Brand- und Katastrophenschutzes wird hier besonders deutlich: Der Anteil der hauptamtlich tätigen Feuerwehrangehörigen an der Gesamtzahl der aktiven Feuerwehrangehörigen beträgt nur etwa 2,3 Prozent.
Dabei darf nicht vergessen werden: Wer Menschen in Not hilft, wer dazu beiträgt, bei Verkehrsunfällen und Bränden Gefahren für Hab und Gut und für die Umwelt abzuwenden, bringt oft genug sich selbst in Gefahr und gefährdet seine Gesundheit. Die Zahlen für 2008 machen uns wieder bewusst, welchen Wert das Ehrenamt darstellt.”
Internet: http://www.cop2cop.de/2009/06/26/freiwillige-feuerwehr-steht-vor-grosen-veranderungen/