Alkohol-Testkäufe mit erschreckenden Ergebnissen
8. Mai 2009 | Themenbereich: Bremen, Bundesländer | DruckenEinzelhandelsgeschäfte verkaufen zu oft alkoholische Getränke an Jugendliche. Das ergaben jetzt Testkäufe durch Jugendliche, die in Bremen und Bremerhaven unter Aufsicht von Stadtamt- bzw. Ordnungsamtmitarbeitern und der Polizei 46 Geschäfte (Verbrauchermärkte, Kioske, Internetcafes) aufgesucht hatten. In 36 Fällen (78,3 Prozent) konnten die Jugendlichen Alkohol erwerben. Die Waren wurden anschließend sofort den begleitenden Amtspersonen übergeben. Diese konfrontierten dann das Verkaufspersonal mit dem Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz und erhoben Daten der Betroffenen zur Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens.
„Es ist nicht hinzunehmen, dass angesichts der Gefahren für Jugendliche durch Alkohol der Einzelhandel immer noch viel zu oft verantwortungslos beim Verkauf dieser Getränke ist”, erklärte der Senator für Inneres und Sport, Ulrich Mäurer, angesichts dieser Ergebnisse. Er kündigte an, dass künftig weitere Testkäufe durchgeführt würden. „Dies ist offenbar zur Stärkung des Jugendschutzes notwendig und dient der Sensibilisierung aller Beteiligten. Der jüngste Drogenbericht zeigt, wie notwendig die Anstrengungen zur Verringerung des Alkoholkonsums junger Leute sind”, betonte Mäurer.
Der Bericht der Bundesdrogenbeauftragten weist insbesondere auf das Problem des „Komasaufens” hin. Mehr als 23000 Kinder sind demnach in Deutschland 2007 in zum Teil bewusstlosem Zustand in die Notaufnahmen eingeliefert worden. In Bremen kamen 127 Jugendliche mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus. „Angesichts solcher Entwicklungen ist es nicht hinzunehmen, dass Einzelhändler den Jugendschutz sträflich vernachlässigen. Sie müssen daher jederzeit mit weiteren Kontrollen rechnen”, So Mäurer. Der Senator kündigte an: „Wenn Ladenbesitzer wiederholt bei der Abgabe von Alkohol an Jugendliche erwischt werden, ist zu überprüfen, ob ihnen das Gewerbe untersagt werden kann.
Bei den vier jugendlichen Testkäufern handelte sich um Auszubildende, die für diese Aufgabe gewonnen werden konnten. Sie beschränkten sich beim Einkauf darauf, branntweinhaltige Getränke zur Bezahlung vorzulegen oder vorlegen zu lassen.
Die Bremische Bürgerschaft hatte im Februar den Senat beauftragt, die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes durch den Einsatz jugendlicher Testkäufer zu überwachen und Verstöße zu ahnden. Die Testkäufe wurden unter Federführung des Senators für Inneres und Sport gemeinsam mit der Senatorin für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales sowie dem Senator für Wirtschaft und Häfen vorbereitet.




Solange nicht mit harten Strafen, bis zum Lizenzentzug, durchgegriffen wird, werden sich immer Verkäufer finden, denen der Profit wichtiger ist als die Gesundheit der Jugendlichen. Gesetze sind nur so viel Wert wie ihre Durchsetzung. Die Gesellschaft müsste sich aber auch endlich klar darüber werden, dass bei ihrem Vorbild von einem Teil der Jugend nichts anderes erwartet werden kann. Wirksame Massnahmen zur Reduzierung des Alkoholkonsums der Gesellschaft sind leider nicht ohne die Zustimmung der Mehrheit der Bevölkerung durchführbar. Deren Einsicht fehlt aber noch weitgehend. So können sich auch die Politiker nicht zu solchen Massnahmen entschliessen. Im Wahlkampf schon gar nicht.
……..der Meinung von “Kontrabass” vom 09. Mai 2009 ist nichts mehr hinzuzufügen, damit hat dieser alles wichtige angesprochen.
Ein Bundeskanzler/in spricht doch den Eid, dass er Schaden am Volk abwenden soll.
Meine Politikverdrossenenheit besteht darin, dass oftmals taktisch regiert wird und nicht situationsgemäß.
Hier wäre auch wieder eine Volksabstimmung gefragt, ob die Mehrheit dafür ist, dass Verkäufern bei Nichteinhaltung der Gesetze die Lizenz entzogen werden soll.