Weihnachten mit gewaltfreien Geschenken
13. November 2008 | Themenbereich: Bayern, CSU | DruckenDer Landesverband der Frauen-Union möchte Eltern, Großeltern und alle sonstigen Verwandte und Freunde, die Kinder beschenken wollen, darum bitten, gewaltfreie Geschenke auszuwählen. Eltern und andere Verwandte und Freunde sollten sich mit den Wünschen der Kinder und Jugendlichen auseinandersetzen und nicht einfach ungeprüft nach Wunschliste der Kinder oder im Vertrauen auf Werbekampagnen der Medienanbieter kaufen. Dies betrifft vor allem Computerspiele, Videos und DVDs, die Kampf- und Kriegsszenen, Verletzungen und Tötungen beinhalten sowie Kriegsspielzeug.
Gerade bei der Vielfalt der Medienangebote sollten sich die Schenkenden im Geschäft beraten lassen, ob es sich um Angebote mit Gewaltdarstellungen handelt und welche Altersfreigabe die jeweiligen Produkte haben. Wichtig ist vor allem auch, auf entsprechende Gütesiegel zu achten, wie z.B. auf besondere Prädikate für sinnvolle Multimediaangebote.
Nur wenn sich das Verhalten der Käufer ändert, werden auch die Anbieter ihr Angebot verändern. Das heißt, wenn immer weniger Killerspiele, Kriegsspielzeug und dergleichen gekauft werden und der Trend eher zu gewaltfreien und eventuell sogar zu erzieherisch wertvollen Angeboten geht, werden auch die Hersteller ihre Angebotsschwerpunkte anders setzen.
Mit der bayernweiten Kampagne “Gewalt ausschalten – Kopf einschalten” arbeitet die Frauen-Union an der Verbesserung des Schutzes unserer Jugend vor Gewalt in den Medien. Sie setzt sich, so die Landesvorsitzende, Staatsministerin Emilia Müller, insbesondere für eine Verbesserung der Medienkompetenz ein, also für die Aufklärung der Eltern, Erziehenden und auch der Kinder und Jugendlichen über die Auswirkungen von Multimediaangeboten mit Gewaltdarstellungen (vor allem Killerspiele). Gleichzeitig möchte die Frauen-Union damit auch Eltern und Erziehenden Empfehlungen geben. Ziel ist es, so die Landesvorsitzende, dass die Kinder und Jugendlichen qualitative Maßstäbe bei der Auswahl von Medienangeboten setzen und eine gewisse Distanzierungsfähigkeit zur medialen Gewalt entwickeln.



Aus fragwürdiger Ecke eine -begrenzt- sinnvolle Anregung. Bei Kindern und jüngeren Jugendlichen macht eine bessere Auswahl von Medien schon Sinn. Tatsächliche Gefährdungen sind aber, wenn überhaupt, dann nur in sehr geringem Maße vorhanden (was immer noch umstritten ist). Die Frauenunion mit Vertreterinnen wie Emilia Müller oder der jetzigen Integrationsministerin Maria Böhmer ist aber auch schon durch rabiate Zensurbestrebungen gegen Computerspiele aufgefallen, die auch vor Erwachsenen nicht Halt machen. Der Gipfel war die Einbringung eines “Killerspiel”-Verbots in den Koalitionsvertrag von 2005, wenn auch nur als Thema zum “Erörtern”.
Dabei sollte es doch in einem freiheitlichen Staat selbstverständlich sein, dass Jugendschutz mit dem vollendeten 18. Lebensjahr endet und der Staat dem mündigen, erwachsenen Bürger in reinen Fantasiemedien (Spielfilmen, Computerspielen usw.) keinerlei gesellschaftliche Normvorstellungen mehr aufzudrücken hat! Wo kein Opfer, da kein Verbrechen! Der gegenwärtige §131(Gewaltdarstellung) geht mit den Horrorfilm-Verboten schon entschieden zu weit, der erwachsene Bürger hat ein Anrecht auf “Tanz der Teufel”, “Hostel” & Co!
Die langjährige Frauenunion-Funktionärin Maria Böhmer ist überdies Lobbyistin der öffentlich-rechtlichen Medien (stellv. Vorsitzende ZDF-Fernsehrat) und auch früher schon durch Zensurforderungen gegen konkurrierende Privatmedien und andere Medienplattformen aufgefallen. Diese Konkurrenz der Medien darf man nicht außer Acht lassen, und sie erklärt auch ein Stück, warum gerade öffentlich-rechtliche Sendungen wie “Frontal 21″, “Panorama” u.a. so unseriös über Computerspiele berichten.