Kinderpornografie ist nur mit Gesetzen nicht zu bekämpfen

27. August 2008 | Themenbereich: Bund, Gewerkschaft der Polizei, Kriminalität, Prävention | Drucken

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) unterstützt die Forderung des Bundeskriminalamtes, zur Eindämmung der Kinderpornografie Web-Seiten im Internet sperren zu können. GdP-Vorsitzender Konrad Freiberg: „Die enorme Ausbreitung der bildlichen Darstellung von sexuellem Missbrauch an Kindern bedeutet gleichzeitig, dass dieser Markt immer wieder Nachschub benötigt. Dadurch wächst die Gefahr für Kinder, Opfer solcher Straftaten zu werden, weltweit. Um das zu bekämpfen, ist jedes Mittel recht.“
Wichtig seien, so der GdP-Vorsitzende, vor allem internationale Vereinbarungen, da bei nationalen Repressionen die Täter auf ausländische Server ausweichen können. Freiberg: „Wir sollten andere Länder auch daran messen, was sie im Kampf gegen Kinderpornografie tun.“
Freiberg warnte allerdings davor zu glauben, neue Gesetze würden ausreichen, um die Kinderpornografie einzudämmen. Freiberg: „Je mehr Ermittler in diesen Sumpf vorstoßen können, um so größer ist die Chance, unsere Kinder zu schützen.“
Vor allem für die forensische Datenanalyse benötige die Polizei dringend mehr Personal. Feiberg: „Wir würden wesentlich mehr Fälle aufspüren, wenn die sichergestellten Datenträger rascher ausgewertet werden könnten. Bei der Polizei lagern Festplatten im Terrabyte-Bereich und die Täter laufen noch frei herum.“
Das gelte, so der GdP-Vorsitzende auch für die Bekämpfung der Organisierten Kriminalität. Freiberg: „Bei dem vom BKA registrierten Rückgang der Verfahren soll doch keiner glau-ben, die Organisierte Kriminalität sei auf dem Rückzug. Das Gegenteil ist der Fall. Es wurde schlicht Personal bei der Polizei abgebaut.“ Auch in diesem Kriminalitätsbereich, so Freiberg, käme es auf Initiativermittlungen an.

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