Regionalkonferenz zur B 292/Ortsumfahrung Östringen
19. Juni 2008 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Verkehr | Drucken“Um die Verkehrsprobleme auf der B 292 und die damit verbundenen Belastungen vor allem der Menschen in Östringen in den Griff zu bekommen, gilt seit Jahren eine Umgehungstrasse als optimale Lösung. Da es sich dabei um ein Projekt von überörtlicher Bedeutung handelt, haben sich die Verantwortlichen aller betroffenen Gemeinden heute zu einer Regionalkonferenz im Innenministerium getroffen.“ Das sagte Innenminister Heribert Rech in Stuttgart.
Wie beim Besuch in Östringen angekündigt, habe das Innenministerium alle Bürgermeister der benachbarten Gemeinden zu dieser Gesprächsrunde eingeladen. Die Bürgermeister Walter Muth (Östringen), Fritz Brandt (Angelbachtal), Karl Klein (Mühlhausen), Jürgen Heß (Kronau), Oberbürgermeister Rolf Geinert (Sinsheim), Bürgermeisterstellvertreter Bernhard Steltz sowie Bernhard Zimmermann (Verwaltung Bad Schönborn) und Brundhilde Schlageter (Verwaltung Ubstadt-Weiher) hätten dem Innenminister dabei zugestimmt, dass alle früheren Planungen wegen Flächennutzungen oder aus Kostengründen zu Lasten des Bundes nicht mehr realisierbar seien.
„Wir nehmen die Ängste und Wünsche der Menschen sehr ernst. Auch der Ärger der Anwohner ist absolut verständlich. Dass die Bewohner von Östringen unter einer hohen Belastung leiden ist, unbestritten“, so Rech. Allerdings sei aber auch richtig, dass die hohe Belastung der Ortsdurchfahrt vor allem auch auf den starken Ziel- und Quellverkehr zurückzuführen sei. „Ob eine Umgehungsstraße tatsächlich die erhoffte Entlastung bringen würde, muss erst noch ermittelt werden. Dazu brauchen wir verlässliche Zahlen“, betonte der Innenminister. Die Ergebnisse der amtlichen Verkehrszählung von 2005 und der von der Stadt beziehungsweise der örtlichen Bürgerinitiative vorgenommenen Erhebungen würden sich erheblich unterscheiden. Künftige planerische Überlegungen müssten auf verlässlichen Zahlen basieren.
Aufgrund einer Verkehrszählung im März 2007 in Angelbachtal-Eichtersheim zu einem anderen Projekt könne für die B 292 zwischen dem östlichen Ortseingang von Östringen und dem westlichen Eingang von Eichtersheim von einer Belastung mit rund 7.400 Fahrzeugen pro Tag ausgegangen werden. Bei diesen Zahlen sei die Finanzierung einer Umgehungsstraße durch den Bund fraglich.
Es dürfe auch nicht außer Acht gelassen werden, dass eine Umgehungsstraße zwar für Östringen positive Auswirkungen hätte. Der Transitverkehr würde aber durch die dann leicht zu befahrende Abkürzung zwischen den Autobahnanschlussstellen Kronau (an der A 5) und Sinsheim (A 6) geradezu motiviert, diese Strecke zu nutzen. Mehrbelastungen wären vor allem für die Ortsdurchfahrten von Eschelbach und Sinsheim-Dühren zwangsläufig.
Um die tatsächliche Notwendigkeit der Ortsumfahrung ermitteln zu können, sei eine neue Verkehrsuntersuchung unumgänglich. Darin müssten aber auch andere wichtige Verkehrsprojekte der Region berücksichtigt werden, um die Verkehrsentwicklung genau zu prognostizieren. Solide Aussagen seien erst möglich, wenn beispielsweise der durchgehende sechsspurige Ausbau der A 6 im Bereich Wiesloch/Rauenberg bis Sinsheim und der Neubau der B 39/Ortsumfahrung Mühlhausen realisiert seien.
Um die Verkehrsprobleme in der Ortsdurchfahrt in Östringen zu entschärfen, hätten die Straßenverkehrsbehörden im September 2007 für die Ortsdurchfahrt zwischen Musikschule und Feuerwehrhaus ein Tempo-30-Limit ausgewiesen. Im Mai 2008 sei zudem das Ortsschild von Östringen an der B 292 in Richtung Angelbachtal versetzt worden, um die Verkehrsicherheit am östlichen Ortseingang zu verbessern. „Ich werde mich weiter dafür einsetzen, die Lebensqualität der Menschen in Östringen zu verbessern. Allerdings darf die Lösung dieser drängenden Aufgabe die Bedürfnisse der anderen Orte entlang der B 292 nicht vernachlässigen“, so Rech.
