Immer mehr Unfälle durch Fahrrad-Rambos in Berlin

10. Juni 2008 | Themenbereich: Berlin, Deutsche Polizeigewerkschaft | Drucken

Fahrrad-Rambos in Berlin: Vor allem in den Sommermonaten verursachen immer mehr Radfahrer teils schwere Unfälle mit Fußgängern auf den Gehwegen in Berlin. Von Januar bis März 2008 verunglückten schon 752 Radfahrer, davon 3 tödlich. Mitarbeiter der Ordnungsämter und Polizisten sind machtlos gegen die rasende Gefahr.
In der vergangenen Woche wurde der stellvertretende Kreisvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) Berlin, Helmut Gloystein, während seines Dienstes angefahren.
Er wurde so erheblich verletzt, dass er vom Dienst abtreten musste. Bodo Pfalzgraf, Landeschef DPolG Berlin: „Der Radfahrer versuchte sogar noch zu flüchten, wurde allerdings von Kollegen festgehalten.“
Die Fahrrad-Chaoten, Freizeitradler und Kuriere nehmen immer offener und ohne Schuldbewusstsein den Kampf mit Fußgängern auf dem Gehweg auf. Der DPolG-Landeschef: „Gleichzeitig zeigt der Vorfall, dass es mehr Personal in den Ordnungsämtern zur Verfolgung von Radfahrern auf dem Gehweg geben muss. Die Übernahme von gut ausgebildeten Parkraumkontrolleuren zum Allgemeinen Ordnungsdienst ist eine sinnvolle Möglichkeit, das
Personalproblem unbürokratisch und zeitnah umzusetzen.“
Außerdem muss dringend an der Erkennbarkeit von Mitarbeitern der Ordnungsämter gearbeitet werden. Im Gegensatz zu Polizisten sind Kollegen des Ordnungsamtes von vorn wegen fehlender Zeichen und Schriftzüge nicht schnell und eindeutig erkennbar. Unter
Gesichtspunkten des Arbeitsschutzes ist das nicht hinnehmbar.

24 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. Der erste Absatz dieses Artikels erweckt den Eindruck, die 752 Unfälle und 3 Toten seien in rüpelhaftem Verhalten von Fahrradfahrern begründet. Dies ist faktisch falsch und verlangt nach einer Richtigstellung unter Nennung der tatsächlichen Unfallursachen.

  2. Sie stellen die Unfallzahlen bewußt falsch dar und sollten besser mal Ihre eigenen Statistiken zur Hand nehmen. Denn aus denen geht vielmehr hervor, daß Hauptunfallursache von Fahrradunfällen das Fehlverhalten von anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber Radfahrern ist.

    Zum Problem auf Gehwegen:
    Das Problem, daß Radfahrer seit -zig Jahren durch ungeeignete Gesetze von der Fahrbahn (wo sie hingehören) verdängt werden, ist lange bekannt. Die Folge ist, daß Radfahrer, die jahrzehntelang, darauf konditioniert wurden, abseits der Fahrbahn zu fahren, dies nun im Dickicht der gesetzlichen Vielfalt an vorgeschriebenem „Gehweg“-Fahren nahezu überall tun (egal, ob das rechtliche Konstrukt nun Radweg, getrennter Rad- und Gehweg, gemeinamer Rad- und Gehweg, sonstiger Radweg, freigegebener Gehweg oder Gehweg heißt, und ob das ganze rechtsseitig oder linksseitig erlaubt oder benutzungspflichtig ist).

    Das Haupt-Problem sind also bei weitem nicht die „Fahrrad-Rambos“, die es übrigens in etwa dem selben (niedrigen) Prozentsatz auch unter den Autofahrern (schreiben Sie auch: „Auto-Rambos“?) gibt. Nein, das größte Problem sind die Leute, die Radfahrer erst auf die Geh- und Radwege schicken. Das sind zunächst die anordnenden Behörden, und dann, im Vollzug der gesetzlichen Anordnung – auch Polizisten.

    Daher frage ich Sie: Was tut die DPolG gegen das o.g. Dickicht an gesetzlichen Vorschriften? „Radfahrer auf die Fahrbahn!“ müßte Ihre Forderung lauten – wo und wann haben Sie die gegenüber der Politik geäußert?

  3. ich kann mich meinem vorredner nur anschliessen.
    ich fahre täglich mit dem rad und finde radfahren auf dem gehweg auch ein unding.
    dennoch ist diese darstellung der unfallzahlen in höchstem maße undifferenziert und verzehrt die wirklichkeit.

  4. Was denn nun? Von Januar bis März? Oder in den Sommermonaten? Der Text scheint mir ein wenig hastig in die Tastatur getippt zu sein – da kommen zwangsläufig auch Zweifel an den behaupteten Fakten auf …

  5. Sehr interessant, dass die Schuld an allen Unfällen bei den Radfahrern gesucht wird.

    Wollte man wirklich gegen die Unfallgefahren und gegen die Gehwegnutzung vorgehen, so müsste man erstens die Radfahrerfallen (auch Radwege genannt) ausrotten und zweitens dafür sorgen, dass Radfahrer auf der Fahrbahn als Verkehrsteilnehmer akzeptiert statt von motorisierten Oberlehrern auf Gehwege abgedrängt werden. Solange aber nach dem Grundsatz „Auto, Auto über alles. Freie Fahrt fürs Gaspedal“ Radfahrer auf gehwege und ähnliche Strukturen gezwungen und als Fußgänger mit Gehhilfe behandelt werden wird sich weder am Unfallgeschehen noch am Verhalten der Radfahrer noch an den Hetzkampagnen gegen diese was ändern.

  6. Ich muss meinen Vorrednern leider recht geben. Sicherlich gibt es (leider) genug Fahrer (welcher Fortbewegung auch immer) die der Meinung sind, sie wären der Nabel der Welt und allein. Grundsätzlich habe ich erfahren dürfen (fahre selber Motorrad, Rad und Auto) das Radfahrer, vorallem beim Abbiegen völlig ignoriert werden. Für etwa 80-90% der Autofahrer ist ein Schulterblick fremd. ich kann es täglich an einer Kreuzung zuHause beobachten, es ist einfach nur erschreckend. Vorallem Eltern die (wahrscheinlich) auch eigene Kinder haben sollten auch anderen gegenüber Vorsicht walten lassen. Sie wollen es ja auch das es ihren Kinder gegenüber geschied. Bei der aktuellen zunahme an Radfahrern sollten alle Partei dahingehend sensibilisiert werden. Ansonsten steigen die Zahlen an Opfer sicherlich.

  7. Hier die 3 Toten Radl-Rambos:

    # 1: 49jaehriger Mann, der ploetzlich vom Buergersteig auf die Fahrbahn gewechselt sein soll, wurde von einem PKW erfasst.
    # 2: 82jaehrige Frau wurde auf einer Radwegfurt von abbiegendem LKW
    ueberrollt.
    # 3: 14jaehriges Maedchen wurde von LKW auf Fahrbahn ueberrollt.

    Fazit: Der Artikel ist reine Hetzerei.

  8. Es ist vollkommen richtig, daß Radfahrer nicht auf den Gehweg gehören! Ein Fahrrad ist laut STVO ein Fahrzeug und gehört daher auf die Fahrbahn und nicht auf den Gehweg!

    Es ist daher in meinem Sinne, daß die Polizei dafür eintritt, gegen das Gehwegradeln vorzugehen, der Schutz der Fußgänger auf Gehwegen geht absolut vor!

    Und wenn die Polizei gegen das Gehwegradeln vorgeht, dann sollte sie das gründlich tun und sich ebenfalls dafür einsetzen, daß das legale Gehwegradeln ebenfalls verboten und amtlicherseits abgeschafft wird!

    Das Verkerszeichen „gemeinsamer Fuß- und Radweg“ (Zeichen 240) wird in vielen Städten und auch in Berlin dazu verwendet, um Radfahrer zusammen mit Fußgängern zwangsweise auf derselben Fläche zusammenzupferchen: Viel zu schmale Wege MÜSSEN von Radfahrern auch bei Fußgängerverkehr gemeinsam benutzt werden, wenn ein Zeichen 240 aufgestellt ist.

    Alleine diese Regelung der StVO ist es, die Radfahrer darauf konditioniert, daß es ja wohl nicht so schlimm sein kann, Fußwege als Radfahrer zu benutzen, wenn es amtlicherseits teilweise nicht nur erlaubt („Radfahrer frei“), sondern mit Zeichen 240 sogar VORGESCHRIEBEN wird, Fußwege auch zum Radfahren zu benutzen.

    Die Regeln für Radfahrer in der Stadt wären um einiges einfacher, wenn es keine verschiedenen Fußwege gäbe: Fußwege die mit dem Fahrrad benutzt werden müssen, weil Zeichen 240 auf dem Fußweg steht, und Fußwege die nicht mit dem Fahrrad benutzt werden dürfen, weil kein Zeichen 240 auf dem Fußweg steht.

    Wenn man mal da hinkäme, daß Radfahrer NUR die Fahrbahn oder einen speziellen Radweg benutzen dürften und dieses unsägliche Konstrukt „gemeinsamer Fuß- und Radweg“ mit Zeichen 240 ein für allemal abgeschafft wird, könnte man Radfahrern problemlos beibringen: Fußweg ist Fußweg, da hat kein Radfahrer etwas drauf verloren, Strafe zahlen bei Nichtbeachtung.

    So wie es jetzt ist, daß Radfahrern viele Fußwege per Zeichen 240 amtlicherseits zum Radfahren zugewiesen werden und die Behörden selbst per Zeichen 240 das Radfahren auf Fußwegen anordnen, kann bei Radfahrern überhaupt kein Unrechtsbewußtsein dafür geschaffen werden, daß es falsch ist, auf Fußwegen radzufahren.

    Vielfach ist es ja sogar erlaubt, und für die Radfahrer sind die Unterschiede nicht einsichtig, warum es einmal nicht nur erlaubt, sondern sogar gefordert wird, auf Gehwegen Fahrrad zu fahren und ein anderes mal ist es verboten.

    Es bedarf dringend einer eindeutigen Regelung:

    KEIN GEHWEGRADELN!
    Abschaffung von Zeichen 240 und allen „gemeinsamen Fuß- und Radwegen“, wenigstens innerorts!

    Ich hoffe, daß die Polizei sich dafür einsetzt, der Sicherheit der Fußgänger zuliebe.

    Von Zeit zu Zeit gibt es ja „Verkehrsschauen“, in deren Rahmen die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit von Beschilderungen überprüft werden. Wenn die Polizei in Berlin wirklich gegen das Gehwegradeln vorgehen wollte, dann würde sie im Rahmen dieser Verkehrsschauen ihr gesamtes Gewicht in die Waagschale werfen, um Zeichen 240 Beschilderungen aus dem Stadtbild zu entfernen, um Radfahrern nicht zu suggerieren, daß amtlich und per Beschilderung angeordnetes Gehwegradeln etwas Gutes ist, während eigenmächtiges Gehwegradeln gleichzeitig streng bestraft gehört.

    Das ist Menschen mit einfachem Verstand nicht zu vermitteln.

    Übrigens: Was haben die 752 verletzten und 3 toten Radfahrer in einem Bericht zu tun, in dem es um auf Fußwegen verletzte Fußgänger geht, in dem Zusammenhang wäre doch viel interessanter gewesen: Wieviele Fußgänger sind von Radfahrern auf Gehwegen verletzt worden? Wieviele davon auf für Radfahrer erlaubten Zeichen-240 Gehwegen und wieviele durch unerlaubt auf Gehwegen fahrende Radfahrer?

  9. Meine lieben Herren Polizisten ich bin entsetzt.

    3 unschuldige Verkehrsopfer als selbstverschuldete Radelrambos abzustempeln und bei der Nennung der Unfallzahlen nicht darauf einzugehen das fast immer Fahrfehler oder Fehlverhalten von PKW/LKW-führern direkt oder indirekt schuld an Unfällen mit Fahrradbeteiligung ist, ist wirklich frech.

    Gehwegradeln ist ein unding,da gehe ich d’accord, gerade wenn man das Fahrrad nicht gut unter Kontrolle hat und es tut mir um die beteilligten Fußgänger wirklich leid.

    Aber eine dermaßene Verzerrung der Tatsachen ist allerunterstes Springerpresse-niveau.

  10. Wie passt diese Meldung zum Statement der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung? Zitat von http://www.stadtentwicklung.berlin.de/verkehr/radverkehr/sicherheit/de/unfaelle_2.shtml:
    „Mit knapp 4% liegt der Anteil der Radfahrer an den Unfallverursachern deutlich unter ihrem Anteil am Gesamtverkehr. Diese Daten zeigen, dass das Verhalten von Berlins Radfahrern im Straßenverkehr weniger zu Kritik Anlass bietet, als das anderer Verkehrsteilnehmer.“
    Der Artikel klingt nach übelster Stimmungsmache, die durch keinerlei Fakten (den mehr als dummen Versuch die drei von PKWs getöteten Radfahrer zu von Radfahren getöteten Fußgängern zu machen übersehen wir besser) gedeckt ist.
    Wenn dieser Artikel repräsentativ für das Realitätsempfinden der DPolG ist kann man nur Angst bekommen.

  11. Als jemand, der selbst viel Rad fährt, bin ich von den Gehwegradlern sehr genervt. Ich selbst fahre auf der Fahrbahn, wie es sich gehört, muss aber immer wiedr feststellen, dass Autofahrer versuchen, einen auf den Gehweg zu zwingen.

    Ja, die Polizei sollte verstärkt gegen das Gehwegradeln vorgehen. Aber sie sollte auch verstärkt gegen Autofahrer vorgehen, die Radfahrer auf der Fahrbahn bedrängen und gefährden.

  12. Wenn bei der Polizei ein Stellenabbau droht (Berlin ist ja bekanntlich klamm), war das eine hervorragende Bewerbung für den Axel-Springer-Verlag. Viel Erfolg bei der weiteren Karriere als Sensationsreporter!

  13. Es ist schon ärgerlich, wenn ausgerechnet ein Teil der Polizei so undifferenziert und offensichtlich auch falsch Verkehrsteilnehmer gegeneinander ausspielen möchte.

    Zunächst gute Besserung an Herrn Gloystein! Allerdings passiert das, was dem Vize-Chef der Berliner Polizeigewerkschaft passiert ist (als Fahrradbeauftragter würde mich natürlich interessieren: wo?) Fahrradfahrern in Berlin täglich 19 Mal. Wenn Autofahrer beteiligt sind, ermittelt die Berliner Polizei diese in zwei Drittel der Fälle als Hauptverursacher.

    Wie selten Radfahrer überhaupt an Unfällen beteiligt sind, zeigt die Gesamtzahl der Straßenverkehrsunfälle in Berlin (2007): 124.919 Fälle im Jahr oder 342 Fälle pro Tag.

    Vollkommen unverständlich ist die Aussagen „immer mehr Unfälle …“ Im direkten Vergleich Januar bis März gab es im Jahr 2007 genau 1.121 Fahrradunfälle in Berlin, ein Jahr später waren es nach Angaben der Polizeigewerkschaft nur 752 Fälle oder ein Rückgang von einem ganzen Drittel (-33 Prozent). Eigentlich eine erfreuliche Meldung.

    Konkret wurden die Unfälle zwischen Fußgängern und Radfahrern als großes und zunehmendes Problem dargestellt. Tatsächlich machen Unfälle zwischen Fußgängern und Radfahrern im Jahr 2007 genau 5,8 Prozent aller Fahrradunfälle aus – im Jahr 2006 waren es 6,0 Prozent. Hauptverursacher waren 2007 laut Polizei in 54 Prozent der Fälle (218) Fußgänger, in 46 Prozent der Fälle (188) Radfahrer, die Unfallfolgen sind meist leicht. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in Berlin 1.750 Fußgänger leicht-, 547 schwer- und 20 tödlich verletzt – fast ausschließlich aufgrund von Unfällen mit Kfz. Ist die Polizeigewerkschaft nicht nur schlechter informiert, als jeder normale Bürger, der die offiziellen Zahlen der Polizei im Internet nachlesen kann? Wenn wir wirklich das Verkehrsklima in Berlin verbessern, die Unfälle reduzieren wollen und den Fahrradverkehr gleichberechtigt fördern wollen, müssen wir uns zuerst von der allzu pauschalen und offensichtlich einseitigen Verunglimpfung von Verkehrsteilnehmern verabschieden – und eigentlich sind wir ja auch schon viel weiter …

  14. Der Artikel erweckt bei genauerem Lesen den Eindruck den Eindruck das es der Polizei weder um Verkehrssicherheit noch um Einhaltung der Regel geht, sondern nur ein irrationaler und für ein ausführedes Organ der Staatsgewalt völlig unangemssseren Hass auf Fahrradfahrer ausgelebt werden soll.
    Das die alltäglichen Begegnungen im Straßenverkehr mit der Polizei ein ähnliches Bild zeigen erklärt vielleicht warum immer weniger Radfahre gewillt sind sich an die Regeln zu halten.
    Dem Autor des obigen Artikels möchte ich jedenfalls nicht in einer Polizeikontrolle begegnen. Selbst wenn ich mich an allle Vorschriften halte.

  15. Zur Sprachwahl:
    – Wer als Radfahrer, wie gelegentlich von der Polizei angeordnet, auf dem Fußweg fährt, ist ein Radrambo.
    _ wer besoffen mit dem KFZ das Leben unschudiger gefährdet ist ein kleiner Alkoholsünder.

  16. Ich war in der Woche nach Pfingsten in und um Berlin mit dem Rad als Tourist unterwegs, als Fußgänger schon mehrmals in der Vergangenheit, dann allerdings dienstlich.

    Meine Meinung: Die Berliner Polizei und die zuständige Verkehrsbehörde sind selbst schuld. Wer jahrelang Gehwegradler ungestraft duldet, sollte keine Krokodilstränen vergießen, wenn es ihn selbst trifft.

    Wer – wie ich in Berlin massenhaft feststellte – versucht, Radfahrer von der Fahrbahn auf auf untaugliche, gerade mal lenkerbreite Radwege abzudrängen, wo man nicht einmal einen anderen Radfahrer überholen kann ohne ordnungswidrig auf den Gehweg zu wechseln, der sollte seinen Beruf als Verkehrsplaner nicht mehr ausüben dürfen und Pfandflaschen im Park sammeln gehen.

    Wenn Radfahrer mit ihrem Fahrzeug sachlich richtig und in Kenntnis der Rechtslage mit 80 cm Abstand vom Fahrbahnrand auf der Fahrbahn unterwegs sind, so werden sie in Berlin von rücksichtslosen Kraftfahrern beschimpft, angehupt, genötigt und bedroht. Da wird dann auch bei Gegenverkehr und mit einem Seitenabstand von deutlich unter 50 cm überholt, natürlich ohne die Geschwindigkeit zu reduzieren, die ohnehin fast immer sowieso überhöht ist.

    Dass bei solchen Verhältnissen viele Radfahrer ihr Heil auf dem Gehweg suchen, verwundert mich nicht, wurde und wird ihnen doch (u. a. auch von der Polizei) suggeriert, dass es auf der Fahrbahn ja viel zu gefährlich sei und man Radwege benutzen soll.

    Tja, und wenn dann keiner da ist oder er viel zu schmal ist, dann folgen halt viele Menschen ihrem anerzogenen Trieb und retten sich in die vermeintliche Sicherheit des Gehwegs. Dass es dort viel gefährlicher ist als auf der Fahrbahn, auch das sagt ihnen ja niemand.

    Daher mein Kommentar zu eurer Empörung gegen „Ramboradler“, solange sich an den Verhältnissen in Berlin nichts ändert: „Heult doch!“.

  17. also irgendwie glaub ich ja so langsam, dass die gewerkschaft die „radfahrer-rambos“ nur als vorwand benutzt, um mehr personal zu bekommen.
    was das über die gewerkschaft aussagt und ihre methoden aussagt, da kann sich ja jeder seine meinung bilden

  18. ich finde es nur bemerkenswert das sich hier keiner der Redaktion mal zu Wort meldet

  19. Sollte ich als Radfahrer mal einen Unfall haben, dann hoffe ich, dass die aufnehmenden Polizisten von anderer Qualität sind, als diejenigen, die diesen Hetzartikel verbrochen haben.

  20. Dieser Artikel ist eine Peinlichkeit. Den unfallstatistischen Präzisierungen der Vorredner, die den Text ad absurdum stellen, kann man nur beipflichten. Vielleicht sollten die Autoren auch mal die von ihrem eigenen „Unternehmen“ herausgebrachten Unfallstatistiken lesen.

  21. Fahrradverbände und ambitionierte Fahrradfahrer haben schon vor über einem Jahr eine Petition an den Bundestag gesendet, und die Abschaffung der Fahrradwege gefordert (siehe link auf Wikipedia –> Fahrradweg). 16.000 Unterschriften sind eingegangen. Diese Petition liegt seitdem unbearbeitet herum.
    Ich ärgere mich wahnsinnig über die Systematik dahinter. Politiker, die wahrscheinlich 2x im Jahr Sonntags an der Spree radlen, erlassen Gesetze für uns Fahrradfahrer, die wir täglich mit dem Rad zur Arbeit fahren. Sie können gar nicht wissen, wie gefährlich Fahrradwege sind.
    Auf der gleichen Strecke habe ich mit dem Fahrrad im Durchschnitt 4 gefährliche Situationen, mit dem Auto keine. Das ist unglaublich, zeigt sich aber auch an den wütenden Kommentaren ambitionierter Fahrradfahrer in den diversen Foren. Ebenso kann man das gleiche Bild in Unfallstatistiken ablesen.

    Was kann man da tun? Ich fühle mich veräppelt.

  22. Seit über 20 Jahren habe ich Probleme mit PKW- und LKW Fahrern,die Radfahrern auf der Strasse das Leben schwer machen.Da wird man angehupt,geschnitten und beleidigt!Und warum ist das so.Weil man jede Straße sofort sperrt,sobald
    ein gemeinsamer Geh-und Radweg gebaut wurde.Ob man auf diesem Weg zügig fahren,interessiert
    keinen.Unsere Verkehrsplaner fahren ja nicht drauf.Es gibt nur eine Lösung! Die Radwegebenutzungsplicht Gehört ein für alle Mal abgeschafft!
    Mit fahrradfreundlichen Grüßen yamamoto.

  23. Ich bin doch schon arg erstaunt über die sehr einseitige Wahrnehmung einiger Radfahrerkollegen, die sich und ihre Mitradler hier als Unschuldslämmchen darstellen. Tagtäglich erlebe ich wie erwachsene Radfahrer aller Altersklassen auf dem Gehweg vor meiner Haustür in beiden Richtungen fahren (Kreuzberg), obwohl wir einen wunderbaren Fahrradstreifen auf der Fahrbahn haben, der hervorragend markiert, ausreichend breit und super asphaltiert ist. Anstatt diesen zu nutzen, erwarten diese Radler, dass man ihnen als Fußgänger auf dem Gehweg ausweicht! Diese ständige Nötigung durch derartige Radfahrer nervt und führt hier tagtäglich zu beinahe Crashs, Pöbeleien etc. Daher denke ich auch, dass hier die reinste Bequemlichkeit den Ausschlag gibt. Meiner Meinung nach kann sich auch keiner damit herausreden, dass irgendwo an anderen Orten Berlins eine gemeinsame Gehwegnutzung vorgeschrieben ist. Diese Leute sind halt faul und mega-rücksichtslos sowie ein grauenhaftes Vorbild für Kinder und Jugendliche.
    Das ätzende Verhalten diverser Autofahrer, dass ich als Selbst-Radelnde auch kenne, kann man schließlich nicht als Freibrief für die Nötigung von Fußgängern anführen!

  24. Das jahrelange Wegsehen der Polizei (bis hin zum Wechsel der Straßenseite) bei Verkehrsverstößen von Radfahrern unter dem Eindruck eines als Toleranz mißverstandenen und amtlich verordneten Laissez-faire zumindest hier in Charlottenburg hat dazu geführt, daß die Radfahrer inzwischen die Fußwege als ihre natürliche Habitat betrachten, aus der sie das streunende Wild namens „Fußgänger“ aggressiv zu vertreiben suchen; großer Beliebtheit erfreuen sich dabei freches „Über-die-Zehen-Fahren“ (besonders in Sandalen-Sommern) und leises Von-hinten-Heranpirschen mit anschließendem Klingen oder Freilauf-Knarren (besonders beliebt bei Engpässen, wenn z. B. der sog. Fußweg bereits von Kaffeehaus-Tischen und -Stühlen usurpiert wurde). Um zu vermeiden, daß ich von hinten von einem Freilauf-knarrenden Radfahrer oder von vorn von einem Pasta-balancierenden Kellner behindert, belästigt oder beschädigt werde, gehe ich inzwischen vorwiegend auf dem Fahrweg, denn da Autos Kennzeichen tragen, erliegen Autofahrer etwas weniger leicht der Versuchung zur Fahrerflucht und sind daher auch eher bereit, einen Unfall zu vermeiden, während Radfahrer getrost davon ausgehen dürfen, daß sie längst über alle Berge sind, wenn (oder falls) das Fußgänger-Opfer wieder zu sich kommt. An Einmündungen, Kreuzungen und Fußgänger-Überwegen hat man zudem den Eindruck, daß der größte Teil der Radfahrer nicht einmal weiß, daß es so etwas wie eine Straßenverkehrsordnung gibt, geschweige denn, daß diese auch für besagte hohe Herren auf ihren Drahteseln verbindlich sein könnte. Die Verkehrserziehung in der Schule scheint eine noch geringere Halbwertszeit zu haben als selbst der Religionsunterricht.
    – Auf der Schlüterstraße (Ch’bg) wurden vor etwa drei Monaten Fahrradwege angelegt. Gestern Abend gelang es einem der Anwohner, nach tagelangem Ansitzen tatsächlich einen Radfahrer „in flagranti“ darauf zu erwischen. Dieser verstand aber anscheinend selbst nicht so recht, wie es dazu kommen konnte.
    Kurzum: Es muß dringend etwas geschehen, damit sich auch Bürger, für die Radfahren keine Option ist, ungefährdet und ohne das ständige Bewußtsein einer Gefährdung im öffentlichen Raum bewegen können.

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.