Informationsgespräch mit dem Leiter des Fortbildungsinstituts der Bayerischen Polizei (BPFI)
10. März 2008 | Themenbereich: Bayern, Bund Deutscher Kriminalbeamter | DruckenZu einem Info-Austausch trafen sich der Landesvorsitzende Walter Thurner sowie der stellvertretende Landesvorsitzende u. stellv. Hauptpersonalratsvorsitzende Ulrich Rudert mit dem Leiter des Fortbildungsinstitutes der Bayerischen Polizei in Ainring, Herrn Leitenden Polizeidirektor Johann Peter olzner und dem Fachbereichsleiter -K-, Herrn Kriminalrat Markus Kraus.
Nach einem kurzen Streifzug durch die Fortbildung ging es um die aktuelle Situation der Fortbildung der Bayerischen Polizei.
Auch beim BPFI hat die Reform Einzug gehalten. So wurden aus 7 Fachbereichen 5. Vier Fachlehrerstellen mussten abgebaut werden. Dies mag zwar dem Haushalt des Freistaates dienlich sein, steht aber im krassen Gegensatz zur Bedeutung der Fortbildung. An diese werden immer neue und höhere Anforderungen gestellt.
Defizite in Personal- und Sachausstattung.
Von den 850 Seminaren pro Jahr mit ca. 12.000 Teilnehmern bietet allein der Fachbereich -K- 47 verschiedene Seminare an. Die 95 Seminare mit kriminalpolizeilichen Themen mit ca. 1500 Teilnehmern pro Jahr müssen von 10 Polizeifachlehrern, unterstützt von externen Spezialisten, bewältigt werden. Eine wesentliche Entlastung wäre hier die Unterstützung der Fachlehrer durch Einstellung von qualifizierten Angestellten.
Ein Novum ist das Fehlen eines „Vorzimmers“ für den Institutsleiter. Wahrlich kein Aushängeschild bei den namhaften Besuchern aus dem In- und Ausland und eine zusätzliche Belastung des Leiters bei der täglichen Arbeit .
Auch ist es unverständlich und absolut nicht mehr zeitgemäß, dass noch nicht jeder Fachlehrer Zugriff auf das Internet hat. Völlig unverständlich ist das Fehlen einer leistungsfähigen Bibliothek an einem modernen Fortbildungsstandort. Es wäre dringend erforderlich, die dafür benötigten 50.000 € noch im Rahmen des Nachtragshaushalts 2007/2008 zur Verfügung zu stellen.
Internet und Bibliothek sind Grunderfordernisse bei der täglichen Fortbildungsarbeit.
Kriminalbasisseminare für KDD und KT-Ausstattung gut bewertet.
Positiv angenommen werden die Kriminalbasisseminare für die Einführung der flächendeckenden Kriminaldauerdienste (KDD). Die Beurteilung durch die teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen ist „herausragend gut“. Dabei muss berücksichtigt werden, dass es sich um zusätzliche Seminare handelt, die für die Fachlehrer eine nicht unbedeutende Mehrbelastung darstellen.
Die Räumlichkeiten der Kriminaltechnik sind auf dem neuesten Stand underfüllen u. u. a. bei der Spurensicherung von der Fingerspur angefangen bis hin zur D N A-Spur, die bei der heutigen Beweisführung nicht mehr wegzudenken ist, jegliche Anforderungen. Für den derzeit laufenden weiteren Ausbau der Räumlichkeiten für die praktischen Teil bei der Fortbildung im Fachbereich -K- wurden 75.000 € bereitgestellt. Da immer mehr auch dezentral fortgebildet wird – eine AG befasst sich damit – ist es aus Sicht des Institutsleiters dringend erforderlich, dass Standards und eine zentrale Koordination durch das BPFI festgeschrieben werden.
Referentenvergütung nicht mehr zeitgemäß – Fortbildung der Fortbilder
Einen wunden Punkt stellt die nicht mehr zeitgemäße Vergütung von Referenten aus der freien Wirtschaft dar. Hier muss der derzeitige Stundensatz merklich erhöht werden, um weiter im Sinne einer fundierten Fortbildung hochkarätige Referenten engagieren zu können. Man muss seitens der Verantwortlichen auch Überlegungen anstellen, wie man
die Mehrbelastung der Fachlehrer durch ihre erforderliche Einbindung in zahlreiche Arbeitsgruppen kompensieren kann. Wie in vielen Bereichen der Polizei kommen immer neue Arbeitsbereiche und Herausforderungen auf die Fortbildung zu, nur die Personalstärke bleibt gleich bzw. wird vielmehr abgebaut.
Eine nicht unerhebliche Bedeutung kommt der Erhaltung von Fachwissen am BPFI zu. Dazu müssen den dort tätigen Kolleginnen und Kollegen zeitnah entsprechende Perspektiven geboten werden. Der BDK hat schon immer großen Wert auf das Standbein „ Fortbildung „ in der Bayerischen Polizei gelegt und sicherte Herrn Ltd. PD HOLZNER die uneingeschränkte Unterstützung bei der Überwindung seiner berechtigten Sorgen und Nöten zu. Zum Schluss stellte Herr HOLZNER zurecht mit Stolz fest, dass die Aufgaben und Anforderungen des BPFI, die ohne Frage weiter zunehmen werden, nur mit motivierten Mitarbeitern zu meistern sind. Über diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügt er (noch) zum Glück.
Der BDK dankt den in der Fortbildung engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des BPFI ausdrücklich. Sie tragen eine hohe Verantwortung für die Leistungsfähigkeit der bayrischen Polizei.


