Lawinenwarndienst

4. Februar 2008 | Themenbereich: Allgemein | Drucken

Herrmann gibt Startschuss für Regionalisierung des Lawinenlageberichts: “Abseits freigegebener Skipisten ist jeder eigenverantwortlich unterwegs – sachgerechte Information hat daher oberste Priorität”

“Ab heute werden von der Lawinenwarnzentrale im Lawinenlagebericht täglich regionale Gefahrenstufen für sechs Regionen ausgegeben. Bislang gab es eine Gefahrenstufe für den gesamten bayerischen Alpenraum. Abseits der freigegebenen Skipisten ist jeder Skifahrer, Snowboarder oder Schneeschuhgeher eigenverantwortlich unterwegs. Um der Eigenverantwortung gerecht zu werden, hat sachgerechte Information für jeden Einzelnen oberste Priorität. Dazu dient der Lawinenlagebericht mit der nun regionalen Ausweisung der aktuellen Gefahrenstufe”, teilte Innenminister Joachim Herrmann am 4. Februar 2008 am Spitzingsee in der Gemeinde Schliersee mit. Die sechs Regionen der bayerischen Alpen sind dabei die Allgäuer Alpen, die Ammergauer Alpen, die Werdenfelser Alpen und das Kavendelgebirge, die bayerischen Voralpen, die Chiemgauer Alpen und die Berchtesgadener Alpen. Die Gefahrenstufen sind international einheitlich definiert von Stufe 1 (gering) bis Stufe 5 (sehr groß). Der tägliche Lawinenlagebericht kann im Internet unter http://www.lawinenlagebericht.bayern.de abgerufen werden, über Telefonansage unter 089/92141210 sowie im Bayerntext des Bayerischen Fernsehens, Tafel 646.

Die Regionalisierung des Lawinenlageberichtes ist nur möglich auf der Basis umfangreicher, aktueller Informationen über Wetter, Schneedecke und Lawinenaktivität. Dazu dienen dem bayerischen Lawinenwarndienst 16 automatische Messstationen, die rund um die Uhr Daten über Temperaturen, Windverhältnisse und Schneehöhen liefern, 19 Schneemessfelder, an denen im 14-tägigen Abstand Schneeprofile gegraben werden, um die Schichtung der Schneedecken zu analysieren und 12 Beobachter, die im Gelände unterwegs sind, um die Schneedecke zu beurteilen, sowie Schneedeckentests und so genannte Schwachschichtendiagnosen durchzuführen. Diese Informationen laufen in der Lawinenwarnzentrale zusammen und bilden die Grundlage für die Erstellung des Lawinenlageberichtes. Insgesamt wirken über 60 Personen ehrenamtlich im Messwesen mit. Mit den rund 350 Ehrenamtlichen in den Lawinenkommissionen, die insbesondere den Gemeinden als beratendes Gremium hinsichtlich der örtlichen Lawinengefahr !
zur Verfügung stehen, sind im bayerischen Lawinenwarndienst damit über 400 Personen ehrenamtlich tätig.

Die Lawinenwarnzentrale im Bayerischen Landesamt für Umwelt erfüllt ihre Aufgaben in enger Abstimmung mit den Gemeinden und Landkreisen vor Ort, in deren Zuständigkeitsbereich die 32 örtlichen Lawinenkommissionen liegen. “Das freiwillige Engagement rettet viele Menschenleben. Ich danke allen Mitwirkenden im Lawinenwarndienst für ihr beispielhaftes Engagement im Sicherheitsservice für alle Wintersportler, aber auch für unsere gesamte Bevölkerung vor Ort”, betonte Herrmann. Seit der Gründung des Lawinenwarndienstes 1967 gab es in Bayern keinen Lawinentoten auf überwachten und freigegebenen Straßen oder Skiabfahrten.

Die Zahl der Tiefschneefahrer und Tourengeher wächst und damit auch die Gefahr von Lawinenunglücken. Dass die Sensibilität für die Gefahren der weisen Pracht zugenommen hat, zeigen auch die Zugriffszahlen auf den Lawinenlagebericht. Selbst im milden Winter 2006/2007 waren 2,3 Millionen Internetzugriffe auf die Lawinenwarndienst-Homepage zu verzeichnen, 2.200 Bürgerinnen und Bürger ließen sich täglich den Lawinenlagebericht per E-Mail zusenden. Hinzu kommen täglich versandte Faxe und die nicht messbaren Zugriffe auf den Videotext des Bayerischen Fernsehens.

1 Kommentar
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  1. [...] Wintersport Alpenregion, Mittelgebirge: Wie schon angedeutet, sieht es bis etwa 1000 Meter relativ mau aus für den Wintersport. Zwar sinken die Temperaturen in Richtung Sonntag, ab 500 Meter gibt es Dauerfrost, aber Schnee gibt es bis hierhin nur wenig, da wird sich wohl auch kaum ein weiteres Flöckchen dazutrauen. Aber auch in den höheren Lagen des Bayerischen Waldes wird es nicht wirklich gut aussehen auf den Brettern, die das Ski bedeuten. Das sieht in den Alpen schon viel besser aus: in mittleren Lagen (das sind in den Alpen 1000 bis 1700 Meter) sieht es gut aus mit meist 150 bis 250 cm Schnee, über 300 cm liegen sogar im Appenzeller Land. Allerdings wird es an diesem Wochenende ziemlich kalt zugehen, besonders in den Ostalpen. Hier ziehen ab und zu Wolken vorbei, einzelne Schneeschauer sind mal dazwischen. In den Westalpen scheint überwiegend die Sonne, die Lawinengefahr ist meist nicht allzu hoch. Die Temperaturen in 2000 Metern liegen bis Sonntag dann nur noch bei -18°C bis -4°C, von Ost nach West gesehen. [...]

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